VW 

Bericht: Saudi-Scheich sauer auf VW – kommt Volkswagen vor ein "Scharia-Gericht"?

Dieser Bericht dürfte VW kaum schmecken (Symbolbild).
Dieser Bericht dürfte VW kaum schmecken (Symbolbild).
Foto: dpa

Wolfsburg. Flattert VW jetzt die nächste Multimillionenklage ins Haus? Die "Welt am Sonntag" berichtet, dass ein Scheich und ehemaliger Bentley-Händler aus Saudi-Arabien den Volkswagen-Konzern verklagen will – weil sich die Wolfsburger angeblich einen anderen Partner suchten.

In Saudi-Arabien gilt die Scharia

Demnach setzt Ghassan A. Al Sulaiman aber nicht auf die deutsche Justiz, sondern auf ein "Scharia-Gericht" in Saudi-Arabien. Laut "WamS" wird er in der Klageschrift gegen VW mit einem Zitat des Propheten Mohammed zitiert: "Hintergeht euch nicht gegenseitig beim Handel". Volkswagen habe gegen dieses Gebot verstoßen.

Saudi-Scheich verklagt VW

Ghassan beklagt einen Verlust von umgerechnet knapp 240 Millionen Euro. VW soll versucht haben, den für den Scheich wichtigen Einstieg eines Investors zu verhindern. Stattdessen soll sich Bentley in Saudi-Arabien einen anderen Handelspartner gesucht haben – auf Druck von Volkswagen.

In Klägerkreisen ist sogar von möglicher Korruption durch den neuen Handelspartner die Rede. Von Zahlungen und Geschenken. Diese Vorwürfe fehlen laut "WamS" in der Anklage.

VW ist die Klage "nicht bekannt"

VW will den Streit nicht kommentieren – und kann das nach eigenen Angaben auch gar nicht. "Eine etwaige Klage eines ehemaligen Vertriebspartners einer Konzernmarke in Saudi-Arabien gegen die Volkswagen AG ist uns bislang nicht zugestellt worden", hieß es aus Wolfsburg.

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Zum Hintergrund: Der gesunkene Ölpreis hatte 2016 in Saudi-Arabien für eine Krise auf dem Automarkt gesorgt. Die Verkäufe brachen ein. Deswegen suchte Scheich Ghassan nach einem zusätzlichen Geldgeber. (ck)