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VW: Hunderttausende wollen den Konzern verklagen – „VW muss für Sünden bezahlen“

Der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Klaus Müller hat sich zur Musterfeststellungsklage geäußert. Mittlerweile haben sich Hunderttausende der Klage angeschlossen.
Der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Klaus Müller hat sich zur Musterfeststellungsklage geäußert. Mittlerweile haben sich Hunderttausende der Klage angeschlossen.
Foto: dpa

Wolfsburg. VW kommt aktuell nicht zur Ruhe. Der Automobilhersteller aus Wolfsburg muss sich erneut mit der Musterfeststellungsklage auseinandersetzen, denn viele Kunden haben sich der Klage bereits angeschlossen. Mittlerweile ganze 420.000 Kunden.

Das bestätigte Klaus Müller, der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) gegenüber der Rheinischen Post. Im Interview äußerte er sich sich überrascht über die riesige Teilnahme.

VW-Musterfestellungsklage: „Riesige Teilnahme hat uns selbst überrascht“

Klaus Müller sagte konkret: „Die riesige Teilnahme hat uns selbst überrascht. Für das Register, so hören wir vom Bundesamt für Justiz, gibt es derzeit mehr als 420.000 Anmeldungen“, so der VZBV-Chef.

Die erste Gerichtsverhandlung soll Ende September stattfinden. Dafür hat das Gericht bereits einen Saal in der Stadthalle Braunschweig angemietet. Klaus Müller fordert den VW-Konzern dazu auf, mit dem VZBV, der alle 420.000 Mitkläger vertritt, in Vergleichsverhandlungen zu treten.

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Musterfeststellungsklage: „Sache könnte schnell erledigt sein“

„Wenn Volkswagen so klug wäre, auch mit uns in Vergleichsverhandlungen einzutreten, könnte die Sache schnell erledigt sein“, sagte Müller. Andernfalls könne sich die gerichtliche Verhandlung über Jahre hinziehen. Das könne nicht im VW-Interesse sein.

„Es steht VW jederzeit frei, die geschädigten Kunden über ein gutes Vergleichsangebot anständig zu entschädigen und dem Spuk endlich ein Ende zu setzen“, erklärte Deutschlands oberster Verbraucherschützer.

„Wir haben in dieser Woche das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz gesehen, bei dem eine Klage gegen Volkswagen positiv ausging und der Kläger 26.000 Euro mit nach Hause nahm“, so Müller. Dieses Urteil spreche für die Erfolgsaussichten anderer Kläger bei möglichen Vergleichsverhandlungen.

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„Ich wünsche Volkswagen eine erfolgreiche Zukunft“

Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr einen Reingewinn von mehr als elf Milliarden Euro eingefahren. „Ich wünsche Volkswagen eine erfolgreiche Zukunft. Aber dafür muss der Konzern erst für seine Sünden der Vergangenheit bezahlen. Das darf nicht bei den Verbrauchern hängen bleiben“, sagte Müller. (mj)