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VW: Klima-Protest in Wolfsburg – DAS droht jetzt den Aktivisten

Die Polizei Wolfsburg hat die Blockade des VW-Zugs in der Nacht aufgelöst.
Die Polizei Wolfsburg hat die Blockade des VW-Zugs in der Nacht aufgelöst.
Foto: dpa

Wolfsburg. Aktivisten der Klimagerechtigkeitsbewegung haben am Dienstag in Wolfsburg einen Güterzug von VW gestoppt. Die Aktion begann nach Angaben eines VW-Sprechers um kurz nach 13 Uhr.

Die Polizei war zunächst mit etwa 15 Beamten vor Ort und beobachtete die Situation in Bezug auf den Güterzug von VW. Einen Grund gegen die etwa drei Dutzend Aktivisten einzuschreiten, habe es zunächst nicht gegeben. In der Nacht sollte die Polizei dann jedoch einschreiten.

VW: Aktivisten protestieren – Polizei schreitet ein

Die Aktion fand an der Brücke der Tappenbecker Landstraße statt - am Volkswagen-Gelände in Fallersleben. Der Zug mit den Neuwagen wollte das VW-Gelände gerade verlassen. Dann wurde er gestoppt. Aktivisten, offenbar von der Protestgruppe namens "#BlockVW", ketteten sich an die Gleise.

„Auf den Gleisen der Deutschen Bahn gibt es keine Beeinträchtigungen“, sagte ein DB-Sprecher.

Der Zug befand sich laut Polizei teils auf einer Brücke über den Mittellandkanal, der daraufhin gesperrt wurde.

Am Abend begannen Spezialisten der Polizei damit, die Ketten zu lösen - mit Erfolg. Gegen Mitternacht gaben die Beamten bekannt, dass die Blockade des Autozuges beendet sei.

Es seien Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahn- und Schiffsverkehr eingeleitet worden. Die Polizei stellte am Mittwoch die Identität von 27 Personen fest. Gegen die Maßnahmen der Polizei leisteten einige der Aktivisten passiven Widerstand und ließen sich von den Gleisen tragen.

Ihnen droht nun ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Schiffs- und Bahnverkehr.

Wolfsburg: Protest auch in der Autostadt – plötzlich ertönt Alarm

Die Aktivisten hatten im weiteren Verlauf auch eine Protest-Aktion in der Eingangshalle der Autostadt gestartet. Dort kletterten sie in die Weltkugel im Foyer. "Unsere Aktion hat einen Nerv getroffen", hieß es bei Twitter.

In der Nacht ertönte dann jedoch ein ohrenbetäubender Lärm. Wie die Gruppe bei Twitter mitteilte, wurde der Feueralarm ausgelöst. Die Aktivisten sprechen unter Berufung auf einen VW-Mitarbeiter von einer geplanten Aktion des Konzerns:

Die Blockade wurde dadurch jedoch nicht aufgelöst. Nach eigenen Angaben harren die Aktivisten noch immer vor Ort aus und wollen den Protest über 24 Stunden durchziehen. Für 12 Uhr haben sie eine Pressekonferenz angekündigt.

„Die Aktion in der Autostadt hält noch an, die Aktivistinnen und Aktivisten sitzen noch im Globus“, sagte ein VW-Sprecher zur der Installation im Eingangsbereich.

Den Protestlern sei Essen und Trinken angeboten worden, auch seien über Nacht das Licht in der Autostadt angelassen worden und die Toiletten geöffnet geblieben. Es handele sich um sechs Männer und Frauen, sagte ein Sprecher der Autostadt GmbH. Sie verließen das Gelände im Verlauf des Tages aus freien Stücken.

Das steckt hinter dem Protest

Hintergrund der großen Protestaktion: Die Aktivisten wollen bei VW in Wolfsburg auf die ihrer Meinung nach verfehlte Klimapolitik in Deutschland aufmerksam machen. Auf Plakaten war zu lesen „Verkehrswende statt Menschheitsende“ und „Kohleausstieg ist nicht genug“.

Die Forderungen der Aktivisten richten sich somit nicht an Menschen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, oder für Autokonzerne arbeiten, sondern an die Politik und Konzerne, sowie an alle Bürger Deutschlands, sich aktiv für eine klimagerechte Verkehrspolitik einzusetzen.

Bilder der Aktion:

Protest-Aktion: Das sagt VW

Gegen Abend hat auch VW ein Statement zu der Protest-Aktion herausgegeben. Demnach habe die Aktion keine Auswirkungen auf die Produktion und Auslieferung der Fahrzeuge.

Außerdem geht VW in dem Statement auch auf die Aktivisten in der Autostadt ein. Dort sind die Aktivisten in Globus über der Piazza geklettert. Dazu heißt es in dem Schreiben: „Ein von der Autostadt angebotener persönlicher Dialog wurde in dieser Form abgelehnt“.

Regelmäßig lade VW außerdem Stakeholder-Gruppen und Umweltschutzorganisationen zu einem kritischen Dialog zu nachhaltiger Mobilität ein. Dort biete der Konzern den Gruppen eine Plattform für die inhaltliche Auseinandersetzungen bei kontroversen Standpunkten.

Grundsätzlich betont VW: „Klimaschutz und Dekarbonisierung sind zentrale Themen der Konzernstrategie“. (ck/ak)