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VW und Continental: Angst um neuen Golf? Jetzt sprechen die Konzerne

Der neue VW Golf 8 könnte sich verzögern. Schuld ist Zulieferer Continental. News38 hat mit beiden Konzernen gesprochen.
Der neue VW Golf 8 könnte sich verzögern. Schuld ist Zulieferer Continental. News38 hat mit beiden Konzernen gesprochen.
Foto: dpa/ Fotomontage: News38

Wolfsburg. Ein Blei-Skandal des Autoteilezulieferes Continental aus Hannover hält VW in Atem. Laut einem Zeitungsbericht herrscht bei Volkswagen seit Wochen „Aufregung“.

Dem widerspricht ein VW-Sprecher allerdings.

Laut Medienbericht: Panik bei VW

Die „Bild am Sonntag“ warf die Frage in den Raum, ob der neue VW Golf 8 wie geplant im Herbst vorgestellt werden kann.

Hintergrund: Zuletzt war herausgekommen, dass sowohl Continental als auch Bosch jahrelang Elektroteile an Autohersteller lieferten, die die europäischen Grenzwerte für Blei nicht einhalten.

Demnach sollen nur in Europa etwa 50 Millionen Autos betroffen sein. Der Zulieferer aus Hannover hat in Verhandlungen mit dem niedersächsischen Umweltministerium bereits zugesagt, in Zukunft weniger Blei zu verbauen.

Continental bereit zur Ausgleichszahlungen

Auch sei das Unternehmen unter Umständen zu möglichen Ausgleichszahlungen bereit. Nach den ersten Schätzungen eines deutschen Herstellers würde ein Austausch aller illegalen Bauteile mehr als fünf Milliarden Euro kosten.

Jetzt muss sich das Kraftfahrtbundesamt den Vorgang genauer ansehen und dann eine Entscheidung treffen. Wie die Zeitung weiter berichtet, schafft Continental es wohl erst im Laufe des Jahres 2020 alle betroffenen Bauteile richtlinienkonform auszuliefern.

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Verschiebt der sich der Produktionsstart des neuen Golf?

Das Amt muss auch hier die Entscheidung treffen: Bekommen die Hersteller eine Typengenehmigung für neue Fahrzeugmodelle, obwohl einzelne Teile nicht der Richtlinie entsprechen?

Der wohl bekannteste Fall wird hier der neue VW Golf 8 sein. Eigentlich soll das Auto im Herbst vorgestellt werden. Laut der Bild am Sonntag steht bei VW jedoch die Frage im Raum, ob die Blei-Affäre den Produktionsstart verschieben könnte.

Das sagen Conti und VW zur Situation

Offiziell hieß es von beiden Unternehmen jedoch, dass die betroffenen Teile bis zur Typengenehmigung in legaler Form vorliegen werden. Beide Konzerne untermauerten am Dienstag auf news38.de-Nachfrage auch noch einmal, dass es hinsichtlich des Golfs nicht zu Liefer-Engpässen kommen wird.

„Richtig ist, dass nach heutigem Continental-Kenntnisstand bevorstehende Neuanläufe von Fahrzeugserien durch die Umstellung nicht gefährdet sind“, so ein Conti-Sprecher. Welche Teile Conti für den neuen Golf 8 baut, wollte der Sprecher uns nicht verraten.

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VW-Sprecher: „Nein, wir sind nicht aufgeregt.“

Auch ein VW-Sprecher betonte: „Nein, wir sind nicht aufgeregt.“ Die Probleme würden professionell abgearbeitet. Von einer „Blei-Affäre“ wolle er nicht sprechen: „Hier tropft ja auch kein Blei aus dem Handschuhfach, es handelt sich vielmehr um Kleinstmengen.“

Er betonte, dass Blei an sich ja auch in Autos verbaut werden darf. Bei dem Thema gehe es weniger um die Gefahr, Menschen zu gefährden, so der VW-Sprecher. „Vielmehr gehe es darum, sich an Umweltrichtlinien zu halten und nicht gegen Gesetze zu verstoßen.“

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Zusammen mit Conti arbeite man unter Hochdruck daran, die Probleme zu beheben. Zumal es bei neuen Modellen wie dem Golf 8 ja auch eine nach vorn gerichtete Arbeitsweise sei. Das heiße, man könne im Vorfeld noch Dinge verändern. (db/ck)