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VW-Betriebsrat warnt vor Rechtsruck – traut sich niemand mehr nach Sachsen?

„Es geht mir nicht nur ums Wirtschaftliche. Die Atmosphäre hier in Sachsen wirkt arg angespannt, es gärt. Das ist alles andere als ein Vorteil für den Standort Zwickau“, so VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. (Archivbild)
„Es geht mir nicht nur ums Wirtschaftliche. Die Atmosphäre hier in Sachsen wirkt arg angespannt, es gärt. Das ist alles andere als ein Vorteil für den Standort Zwickau“, so VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. (Archivbild)
Foto: imago images / localpic

Chemnitz/Wolfsburg. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh ist für klare Worte bekannt. Auch vor der anstehenden Landtagswahl in Sachsen hat er sich geäußert. Umfragen von dort sagen voraus, dass jeder vierte Wähler sein Kreuz bei der AfD machen könnte. Die Rechtspopulisten erreichen Werte um die 25 Prozent und könnten bei der Wahl in zwei Wochen stärkste Kraft werden.

VW-Betriebsratschef warnt vor Imageverlust

Das missfällt dem VW-Betriebsratschef – ohne die AfD konkret zu erwähnen. In einem Interview warnt er vor einem möglichen Imageverlust der Region. Zwar blicke er ja nur von außen nach Sachsen, so Bernd Osterloh: „Aber die Umfragewerte erschrecken mich schon. Zustimmung für Politiker mit menschenverachtenden Positionen geht mir echt gegen den Strich.“

Bernd Osterloh: „Ich mache mir Sorgen“

Er könne nicht in die Köpfe der Menschen reinschauen, sagte der Chef des VW-Konzernbetriebsrats der „Freien Presse“ in Chemnitz.

Aber über die Auswirkungen mache er sich ernsthaft Gedanken: „Ich mache mir Sorgen, wie wir Deutschen künftig in der Welt gesehen werden. Die Atmosphäre hier in Sachsen wirkt arg angespannt, es gärt“, so Bernd Osterloh.

Jens Rothe: Ausländer haben Vorbehalte gegenüber Sachsen

Schon jetzt hätten Fachkräfte aus dem Ausland Vorbehalte, in Sachsen zu arbeiten, sagte Jens Rothe, Betriebsratschef von VW Sachsen dem Bericht zufolge mit Blick auf den Umbau des VW-Werks in Zwickau zum Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge.

„Einige sind nicht gekommen, weil sie Angst davor hatten, dass ihre Familien hier nicht friedlich leben können.“ Teils seien Mitarbeiter aufgrund von Bedenken auch ohne ihre Familien nach Sachsen gekommen - dies sei bei VW sonst unüblich, erklärte Rothe.

VW dreht Werk in Zwickau auf links

Das VW-Werk in Zwickau wird seit 2018 komplett auf die Herstellung von Elektroautos umgestellt. Von 2021 an sollen in Zwickau pro Jahr bis zu 330 000 E-Autos der Marken VW, Audi und Seat produziert werden.

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Die Gesamtinvestition am sächsischen Standort beziffert der Konzern auf rund 1,2 Milliarden Euro. (dpa/red)