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Ferdinand Piëch ist tot: VW trauert - Fahnen auf Halbmast in Wolfsburg

Ferdinand Piëch ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
Ferdinand Piëch ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
Foto: dpa

Wolfsburg. Ferdinand Piëch ist tot. Die VW-Legende starb im Alter von 82 Jahren am Sonntagabend. Sein Tod kam plötzlich und unerwartet. Das schreibt die Witwe von Piëch in einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur.

Laut Medienberichten sei Ferdinand Piëch in einem Restaurant in Rosenheim in Bayern kollabiert. Er wurde noch ins Krankenhaus eingeliefert, verstarb aber dort.

VW trauert um Ferdinand Piëch

Seit Dienstag wehen die Fahnen in Wolfsburg auf Halbmast. In Gedenken an den langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden. Auch im VW Werk in Dresden wurden die Fahnen auf Halbmast gesetzt.

Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, sagt: „Ferdinand Piëch hat Automobilgeschichte geschrieben – als leidenschaftlicher Manager, genialer Ingenieur und als visionärer Unternehmer.“

Und weiter heißt es in seinem Statement: Wir verneigen uns mit Respekt vor seinem Lebenswerk. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Angehörigen. Und wir werden ihn und sein Lebenswerk immer im ehrenden Angedenken bewahren.“

Diess: „Ich schaue mit Dankbarkeit und großem Respekt auf seine Lebensleistung“

Auch Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender, trauert: „Ferdinand Piëch war mutig, unternehmerisch konsequent und technisch brillant.“ Diess betont, dass „Piëch Qualität und Perfektion bis ins Detail in den Automobilbau gebracht [hat] und tief in der Volkswagen DNA verankert [ist]. Ich schaue mit Dankbarkeit und großem Respekt auf seine Lebensleistung.“

Bernd Althusmann, Niedersachsens Wirtschaftsminister und Mitglied im VW-Aufsichtsrat, trauert bei Twitter um den Verstorbenen:

Auch VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh hat Piëch gewürdigt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Volkswagen stünde ohne Ferdinand Piëch nicht da, wo wir jetzt stehen. Dafür schulden wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung.“

Die Anteilnahme ist auch in den sozialen Netzwerken groß

„Der Kapitän ist von Bord gegangen“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite von news38.de. Ein anderer schreibt: „Ruhe in Frieden. Ein Patriarch, der die Konzerne nach vorne gebracht hat. Man kann nur sagen, dass er ein guter Mensch war. Er wusste, was er wollte“.

Eine Nutzerin berichtet sogar, dass sie ihn persönlich kannte. „Ich bin ihm häufiger begegnet. Unumstritten war er nicht - aber für mich bleibt er immer der Vater des Bugatti Veyron“, schreibt sie.

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„Ein toller Typ, der Volkswagen in den 90ern gerettet hat“

Ein anderer schreibt: „R.I.P. Ein toller Typ, der Volkswagen in den 90ern gerettet hat“. Piëch übernahm 1993 die damals schwer angeschlagene Volkswagen AG, war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender und führte danach für lange Zeit den Aufsichtsrat.

Bis 2015. Denn dann trennte sich Piëch von VW und trat von all seinen Posten zurück.

Stadt Wolfsburg trauert um Ehrenbürger: Das sagt Klaus Mohrs

Doch niemand hatte ihm vergessen, was er für den Konzern getan hat. So hat die Stadt Wolfsburg die VW-Legende den Titel des Ehrenbürgers verliehen - die höchste Auszeichnung der Stadt. „Der Name des langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG steht für den Erfolg von Volkswagen aber auch für die Gemeinsamkeit zwischen Konzern und Stadt“, schreibt die Stadt.

Piëch habe durch sein Amt besondere Verantwortung für die Bürger übernommen - ebenso für die Zukunftsentwicklung der Stadt.

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„Wolfsburg hat Ferdinand Piëch unheimlich viel zu verdanken. Er hat in der großen Absatzkrise 1993/1994 zusammen mit Peter Hartz tausende Wolfsburgerinnen und Wolfsburger durch die Einführung der Vier-Tage-Woche vor der Arbeitslosigkeit bewahrt“, schreibt Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs in einem Statement.

Und weiter heißt es: „Er vereinte wirtschaftliches Geschick mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für unsere Region. Unter seinem Einfluss hat sich Wolfsburg nicht nur als starker Wirtschaftsstandort etabliert, sondern auch zu einer äußerst lebenswerten Stadt weiterentwickelt.“

Auch die Autostadt würde die Stadt Wolfsburg Ferdinand Piëch verdanken. Sie bringe „seit dem Jahr 2000 zehntausende Gäste in unsere Stadt und ist mit ihren vielseitigen hochkarätigen Veranstaltungen aus dem Wolfsburger Freizeitangebot nicht mehr wegzudenken. Die Stadt Wolfsburg verliert mit Ferdinand Piëch eine herausragende Persönlichkeit der Stadtgeschichte. Mein aufrichtiges Mitgefühl und meine Anteilnahme gilt seiner Familie.“

Stadt Braunschweig nimmt Abschied von ihrem Ehrenbürger

Auch die Stadt Braunschweig trauert um die VW-Legende. Die Stadt Braunschweig wird Ferdinand Piëch stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen Angehörigen", schreibt Oberbürgermeister Ulrich Markurth.

Piëch habe sich um die Entwicklung des Unternehmensstandortes Braunschweig sehr verdient gemacht und habe maßgeblich zum Erhalt und Ausbau des Volkswagen-Standortes in Braunschweig beigetragen.

Außerdem habe er sich sehr für das kulturelle Leben in Braunschweig engagiert. In der Stadt, in der er mit seiner Familie auch fünf Jahre lang lebte. So habe Piëch beispielsweise ein Brückenprojekt aus seinem Privatvermögen ermöglicht, von dem der Lichtparcours profitierte.

Im Jahr 2013 hat die Stadt Braunschweig ihm unter anderem deshalb die Ehrenbürgerwürde verliehen. Damals noch auf Vorschlag des damaligen Oberbürgermeisters Gert Hoffmann.

CDU-Politiker Köster: „Vermutlich war er der größte Ingenieur des 20. Jahrhunderts“

Auch die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig hat Stellung zum Tod von Piëch genommen. Thorsten Köster, Vorsitzender der CDU-Fraktion, schreibt: „Vermutlich war er der größte Ingenieur des 20. Jahrhunderts. Ohne ihn würde es den VW-Standort Braunschweig in dieser Form nicht geben.“

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Ministerpräsident Stephan Weil zum Tod von Ferdinand Piëch

„Niedersachsen wird Ferdinand Piëch stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Beileid und unser Mitgefühl gelten seiner Ehefrau und den Angehörigen“, teilt der Ministerpräsident mit. Piëch sei es zu verdanken, dass in Niedersachsen viele tausend sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze und leistungsfähige wirtschaftliche Strukturen geschaffen worden.

Bis heute würden diese die wirtschaftliche Grundlage des Landes prägen. „Die Beiträge von Ferdinand Piëch für diese Entwicklung sind unvergessen.“ (abr)