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VW-Chef Diess schwänzt Prozess – Richter reagiert fassungslos

VW-Chef Herbert Diess  war auf der IAA in FRankfurt anstatt beim Prozess in Duisburg.
VW-Chef Herbert Diess war auf der IAA in FRankfurt anstatt beim Prozess in Duisburg.
Foto: imago images / Jan Hübner
  • Dieselprozess ohne VW-Chef Diess.
  • Streit um Talkshow-Äußerung.

Duisburg/Wolfsburg. Er ist nicht gekommen: Das Landgericht Duisburg hat ohne VW-Chef Herbert Diess über Schadenersatzklagen gegen Volkswagen verhandelt. Eigentlich war das persönliche Erscheinen Diess' angeordnet worden.

In den Verfahren in Duisburg geht es um die vom Bundesgerichtshof als Sachmangel eingestufte Abschaltautomatik für Dieselfahrzeuge. Der Vorsitzende Richter der 13. Zivilkammer wollte den Automanager zu einer Äußerung in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz befragen. Dort hatte Diess gesagt: „Das, was wir gemacht haben, war Betrug.“

VW-Chef Herbert Diess über den notwendigen Wandel bei Volkswagen - Markus Lanz
ZDF

Diese Äußerung sei eindeutig im Zusammenhang mit einer früheren Bestrafung von VW in den 1970er-Jahren in Kalifornien gefallen und habe nichts mit der Problematik in Deutschland zu tun gehabt, betonte ein Anwalt von VW.

Für den Richter geht dagegen aus dem Verlauf des Gesprächs hervor, „dass es um die aktuelle Abgasproblematik“ gegangen sei.

VW-Anwalt stellt Befangenheitsantrag gegen Richter

Der VW-Anwalt stellte darauf einen Befangenheitsantrag gegen den Richter. Der Kammervorsitzende lasse die „erforderliche Neutralität“ vermissen. Über den Antrag müssen jetzt die anderen Richter der 13. Zivilkammer und ein Mitglied einer anderen Kammer entscheiden.

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Warum der VW-Chef nicht nach Duisburg gekommen war, sondern sich lieber auf der IAA in Frankfurt aufhielt. konnte der Anwalt des Konzerns nichts sagen. Darüber habe er „keine Kenntnis“.

Der Richter bezeichnete das als „ganz und gar unbegreiflich“. Ein Ordnungsgeld verhängte er aber nicht. (dpa/ck)