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VW: Winterkorn-Prozess könnte sich um Monate verzögern – wegen dieser peinlichen Panne

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn hat einigen Aufschub bekommen. (Archivbild)
Ex-VW-Chef Martin Winterkorn hat einigen Aufschub bekommen. (Archivbild)
Foto: imago images / fossiphoto

Braunschweig. Ex-VW-Chef Martin Winterkorn muss sich vorerst offenbar nicht vor Gericht verwantworten. Er sollte eigentlich wegen des Dieselskandals angeklagt werden. Das berichtet die „Bild am Sonntag“.

Der Grund: ein überaus peinlicher Fehler der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Diese ermittelt schon seit Jahren unter anderem gegen den Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und hatte im April Anklage gegen ihn sowie vier weitere Ingenieure erhoben.

VW-Skandal: Staatsanwaltschaft macht peinlichen Fehler

Das Landgericht Braunschweig wollte daraufhin offenbar mehr. Es forderte einen Sachverständigen. Der sollte dann untersuchen, ob in den Steuergeräten der fraglichen Autos tatsächlich eine betrügerische Funktion eingebaut war, ob sie aktiviert war und tatsächlich Einfluss auf die Abgaswerte genommen hat.

Eine Gerichtssprecherin sagte dazu der Bild am Sonntag: „Ein Beweisbeschluss ist nicht ergangen. Zum Inhalt von laufenden Diskussionen im Zwischenverfahren werde ich mich nicht äußern.“

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Nach Informationen des NDR heißt es in einem Schreiben des Gerichts an die Staatsanwälte und die Angeschuldigten wörtlich: „Für den überwiegenden Teil der Fahrzeuge dürfte nicht hinreichend ausermittelt sein, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Funktion Auswirkungen auf die jeweiligen Stickoxidemissionen der Fahrzeuge und der Einhaltung der Grenzwerte hatte.“

Demnach hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt bis zum 11. Oktober Zeit, dem Gericht neue Argumente vorzutragen, warum es doch um neun Millionen manipulierte Fahrzeuge gehen soll.

Klärung der Fragen könnte Monate dauern

Sollte das Gericht bei seiner Auffassung bleiben, kann sich der Prozess um Monate verzögern, da ein solches Gutachten aufwendig ist. Für die Staatsanwaltschaft ist die Ankündigung des Gerichts ein herber Rückschlag. Die Verteidiger hatten ihr in der Vergangenheit immer wieder schlampige Ermittlungen vorgeworfen.

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Martin Winterkorn steht im Verdacht, seine Anleger zu spät über den Dieselkandal und die finanziellen Folgen davon informiert zu haben. Vor vier Jahren teilte die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) erstmals mit: Die Abgaswerte der VW-Diesel sind geschummelt. Vier Tage ließ sich VW danach Zeit, bis das Unternehmen den Betrug zugab. (lin/ck)