VW 

Erdogan fährt auf VW ab – Türkei-Regierung soll auf Volkswagen umsteigen

Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scheinen die VW-Pläne zu gefallen. (Archivbild)
Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scheinen die VW-Pläne zu gefallen. (Archivbild)
Foto: imago images / ZUMA Press
  • Erdogan weist Amtsträger an, künftig VW als Dienstwagen zu nutzen.
  • Hintergrund: Volkswagen baut eine Fabrik in der Türkei.
  • Das wiederum gefällt nicht allen.

Ankara/Wolfsburg. Noch ist der Bau des neuen VW-Werks in der Türkei gar nicht offiziell bestätigt – einer allerdings fährt offenbar jetzt schon voll auf VW ab: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Jedenfalls soll Erdogan die Führungsriege seiner islamisch-konservativen AKP angewiesen haben, auf den VW Passat als neuen Dienstwagen umzusteigen. Das meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Parteifunktionäre.

Türkei: VW wird den Umstieg zunächst kaum spüren

Bei Volkswagen selbst wird man dem Umstieg zunächst kaum spüren, lassen sich die 19 betroffenen Amtsträger in der Türkei bisher sowieso schon mit Fahrzeugen der VW-Tochter Audi umherfahren.

Aber: Der türkische Staat betreibt derzeit rund 110.000 Dienstwagen, deren Leasingverträge umgerechnet gut 85 Millionen Euro kosten.

VW plant Werk in Izmir

Wegen Erdogans Macht und dem Gehorsam der Staatsdiener, dürften schon bald mehr von ihnen auf den VW Passat umsteigen – zumal das Modell im neuen VW-Werk im westtürkischen Izmir gebaut werden soll.

Erdogan bleibt wohl beim Maybach

Dass Erdogan höchstselbst auf VW umsteigt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Der 65-Jährige lässt sich wohl auch künftig in einem gepanzerten Mercedes-Maybach umherfahren.

VW bekommt für seinen milliardenschweren Plan, ein neues Werk in der Türkei zu bauen, mächtig Gegenwind.

+++ VW: Neues Werk in der Türkei? Jetzt wird's konkret +++

Hintergrund sind demokratische Defizite und Menschenrechtsverletzungen unter Präsident Erdogan.

Weber und Bütikofer rügen VW

Der Fraktionschef der Europäischen Volksparteien im Europaparlament, Manfred Weber, sagte: „VW trägt auch eine gesellschaftliche Verantwortung, und gerade angesichts der Einschränkungen der Pressefreiheit muss man sich fragen, ob ein Investment in der Türkei jetzt richtig ist.“

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Der Europa-Abgeordnete Reinhard Bütikofer (Grüne) nannte die Entscheidung des Volkswagen-Vorstandes für den Standort Türkei „bestürzend“. (ck)