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VW: Hat Türkei-Syrien-Konflikt Einfluss auf DIESE Firmenentscheidung?

Kommt nun der Rückzug von VW aus der Türkei? (Symbolbild)
Kommt nun der Rückzug von VW aus der Türkei? (Symbolbild)
Foto: imago images / Pius Koller

Wolfsburg. Die Expansionspläne von VW in die Türkei waren schon so gut wie in trockenen Tüchern. Mehr als eine Milliarde Euro will VW in den Bau eines neuen Autowerks investieren. Das neue Werk sollte eigentlich in der Nähe der türkischen Millionenstadt Izmir gebaut werden.

Doch mit dem Beginn des Krieges in Nord-Syrien gerät die Entscheidung auch bei VW immer weiter aufs Abstellgleis. Darüber berichtete das „Handelsblatt“.

VW: Aus für Werk in der Türkei?

Seit dem Einmarsch der Türkei in Syrien ist das Land unter Präsident Erdoğan massiv in die Kritik geraten. EU-Staaten beschlossen, Waffenlieferungen einzustellen, die Bundesregierung setzte sich für einen sofortigen Stopp der Operation ein und zuletzt verhängte auch US-Präsident Donald Trump Sanktionen.

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Auch bei VW scheint man auf die neue Lage in der Türkei reagieren zu wollen. Die eigentlich schon als gesichert geltenden Pläne für den Bau eines neuen Werkes geraten ins Wanken. Die Modelle Passat und Superb sollen dort hergestellt werden.

Unter den jetzigen Bedingungen könne es keine Unterschrift für die Verträge geben, will das „Handelsblatt“ aus Konzernkreisen erfahren haben.

Wirtschaftliche Unsicherheit und Image-Schaden

Mit den ersten Sanktionen von Trump hat die türkische Währung bereits innerhalb kurzer Zeit an Wert verloren. Für VW ein weiteres Zeichen für die wirtschaftliche Unsicherheit in der Region. Daneben sorge sich VW auch um sein Image.

Denn schon jetzt wird Kritik an möglichen Kriegsverbrechen und der Beschäftigung islamistischer Söldner auf Seiten der Türkei laut. „Wir beobachten die Situation mit großer Sorge“, zitiert das „Handelsblatt“ einen Sprecher des Konzerns.

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Unklarheit hinsichtlich tatsächlicher Konsequenzen

Die Standortentscheidung würde sich demnach weiter in der finalen Phase befinden. Ob das Werk tatsächlich auf der Kippe steht, darüber gehen die Informationen aus verschiedenen Medien auseinander. Im Bericht des „Handelsblatt“ wird ein Insider genannt, der angibt, dass VW grundsätzlich weiter an dem Werk festhalten will. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ klingt es hingegen so, als würde VW die Investition noch einmal überdenken.

Klar ist: Durch den Einmarsch der Türkei in Syrien wird sich die Entscheidung für oder gegen den Standort Türkei vorerst herauszögern. (dav)