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VW Golf 8: Darum entscheidet er über die Zukunft von Volkswagen

 Mit der achten Auflage seines wichtigsten Modells Golf will VW den Vorsprung als weltgrößter Autohersteller ausbauen und die digitale Vernetzung in der Kompaktklasse verankern.
Mit der achten Auflage seines wichtigsten Modells Golf will VW den Vorsprung als weltgrößter Autohersteller ausbauen und die digitale Vernetzung in der Kompaktklasse verankern.
Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg. Volkswagen hat die Hüllen Fallen lassen. Im Rahmen einer farbenfrohen und imposanten Show in Wolfsburg hat der Konzern den neuen VW Golf 8 vorgestellt. Im Dezember soll der Kompaktwagen dann auf den Markt kommen.

Die Premiere war mit hohen Erwartungen verbunden: Der VW Golf 8 spielt in diesem Jahr neben dem im November startenden Elektroauto ID.3 eine zentrale Rolle für den größten Autobauer der Welt.

VW Golf 8 darf keinesfalls floppen

Der VW Golf 8 darf - als Kern der Marke - keinesfalls floppen. Denn mit diesem Fahrzeug verdient Volkswagen sein Geld – so ist zumindest die Hoffnung in Wolfsburg.

Der neue Golf soll als Massenmodell das klassische Hautgeschäft stützen. Anders kann sich VW seine milliardenschwere und mutige E-Offensive keinesfalls leisten.

Blicken wir zurück aufs Jahr 2003 und den Golf V – er war bei den Kunden nicht angekommen und hatte in Wolfsburg zeitweise eine Krise ausgelöst. >> VW Golf 8: Das sind seine sieben Vorgänger

Mit dem Golf in die digitale Zukunft?

Im neuen VW Golf 8 zeigt der größte Autobauer der Welt, was er digital so drauf hat: Das Cockpit und das Bedienkonzept, alles digital. Was aber, wenn das bei dem VW-Kunden nicht ankommt? Denn so will Volkswagen seine Zukunft gestalten. Digital.

Ein paar Daten und Fakten zum VW Golf 8:

  • In Wolfsburg arbeiten 8400 Mitarbeiter ausschließlich am Golf.
  • Der Golf 8 besteht aus über 2700 Einzelteilen und Komponenten.
  • Im vollvernetzen Golf 8 werden insgesamt 1340 Meter Kabel bei 962 Leitungen verbaut.
  • Von der Anlieferung der Bleche im Werk legt der Golf 69 Kilometer auf den Produktionslinien zurück, bis er die Fabrik verlässt.

VW Golf 8 – die Weltpremiere im Rückblick:

Obwohl der VW Golf 8 deutlich komplexer daherkommt als sein Vorgänger, dauert seine Fertigung laut Volkswagen etwa eine Stunde weniger. Das liege an der Baukastenstrategie, so VW.

Der Vorgänger Golf 7 war im September 2012 noch vom damaligen Konzernchef Martin Winterkorn präsentiert worden. Das Modell führte unter anderem den Modularen Querbaukasten (MQB) als Plattform auch für andere Fahrzeuge bei der Kernmarke und weiteren Töchtern ein.

Durch die Verwendung von gleichen Teilen sparte Volkswagen erhebliche Summen und schuf einheitliche technische Standards.

VW Golf 8 und ID-Familie extrem wichtig für Volkswagen

Die 8er Version soll nun vor allem die Digitalisierung und Vernetzung voranbringen. Markengeschäftsführer Ralf Brandstätter betonte: „Die Produkteinführung der kommenden Golf-Generation ist neben der ID-Familie die strategisch bedeutsamste.“

Wenn die ID-Serie im November im umgebauten Werk Zwickau in die Produktion geht, steht für VW viel auf dem Spiel.

Das Unternehmen steckt Milliarden in die E-Mobilität, eine hinreichend hohe Nachfrage ist dabei auf längerer Sicht allerdings noch nicht ausgemacht.

+++ VW Golf 8: Volkswagen bringt eine neue Currywurst raus! +++

„Also braucht man diesen Golf nach wie vor.“

Es sei richtig, dass VW nun endlich „Vollgas gibt in Richtung E-Mobilität“, sagt Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) in Geislingen. Doch dies gehe nicht von heute auf morgen. „Also braucht man diesen Golf nach wie vor.“

Seit dem Start der ersten Auflage 1974 verkaufte Volkswagen weltweit rund 36 Millionen Golf. In die Entwicklung der neuen Generation flossen laut Planungsstand 2018 mindestens 1,8 Milliarden Euro.

Stotterstart für neuen VW Golf

Im April hatte der „Spiegel“ gemeldet, dass der Wagen zunächst in kleinerer Stückzahl produziert werden solle.

Grund sollen Probleme bei der Elektronik sein. Demnach geht der Golf 8 Ende des Jahres erst einmal nur mit abgespeckter Technik an den Start, einige elektronische Funktionen sollen erst später dazukommen.

Kein reiner E-Motor mehr

VW räumte eine flachere Anlaufkurve ein - Produktionsvorstand Andreas Tostmann bekräftigte Ende September, man sei auf Basis revidierter Planungen aber auf der Höhe: „Wir werden dieses Jahr schon einiges an Stückzahl machen.“ Mit reinem Elektromotor wird es den Golf nicht mehr geben.

The Golf in focus: the interior
Volkswagen AG

Es sind neben Benziner-, Diesel- und Erdgasmotoren aber verschiedene Hybridantriebe im Programm. Auch das Fahrwerk wurde laut VW weiterentwickelt, und es gibt mehrere neue Assistenzsysteme. (dpa/ck)