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Merkel bei VW: Kanzlerin besucht Werk in Zwickau – und macht ein Versprechen

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  • Mit seinem ersten vollelektrischen Fahrzeug will VW den Wandel zur Elektromobilität schaffen.
  • In Zwickau rollen jetzt die ersten Exemplare des ID.3 vom Band.
  • Die Erwartungen sind groß.

Zwickau/Wolfsburg. VW hat einen wichtigen Neustart in Zwickau gefeiert – und das mit prominenter Unterstützung: Kanzlerin Angela Merkel war bei der Premiere dabei.

Am Montag startete VW mit dem Bau seines ersten rein elektrischen Fahrzeuges in Großserie. Volkswagen-Boss Herbert Diess eröffnete im Zwickauer Werk die Produktionslinie für den ID.3.

Neuer ID.3 - Merkel kommt zu VW nach Zwickau

Der Wagen soll bei VW das Massengeschäft mit elektrischen Fahrzeugen etablieren und die Grundlage für weitere Varianten mit alternativem Antrieb werden. „Wir stehen vor einem Systemwechsel zur Elektromobilität“, sagte Diess.

Auch Kanzlerin Angela Merkel kam zum Start der Fertigung. Sie sagte in Zwickau „erhebliche Anstrengungen“ für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos zu: „Wir glauben, dass wir das politisch flankieren müssen.“

Hintergrund: Am Montagabend ist ein „Autogipfel“ im Kanzleramt in Berlin geplant, bei dem Politik, Branchenvertreter und Gewerkschafter einen konkreten Plan unter anderem für ein höheres Tempo beim Ausbau des Elektroauto-Ladenetzes diskutieren wollen.

VW will Elektroauto für Verbraucher erschwinglich machen

Bereits im nächsten Jahr will VW in Zwickau rund 100.000 Elektroautos mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) fertigen, mittelfristig sind bis zu 330.000 Stück pro Jahr geplant.

Vom Sommer 2020 an soll es den ID.3 dann in ganz Europa zu kaufen geben - rund 35.000 Reservierungen internationaler Kunden liegen den Angaben zufolge bereits vor.

Von 2021 an baut VW in Zwickau ausschließlich Elektroautos - vorgesehen sind sechs Modelle für drei Konzernmarken. Auch die Werke in Emden und Hannover sollen 2022 mit dem Bau von E-Autos beginnen.

Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für E-Mobilität, sprach vom Beginn einer neuen Zeitrechnung. „Für das Werk, für Volkswagen, aber auch ein Stück für die deutsche Automobilindustrie.“

VW-Werk Zwickau erste E-Auto-Fabrik Deutschlands

Das Zwickauer Werk mit rund 8.000 Beschäftigten wird bei laufender Produktion zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands umgebaut. Die Produktion läuft künftig verstärkt automatisiert, rund 1.700 Roboter kommen für den Bau der neuen Stromer zum Einsatz.

Für die Umrüstung wurden unter anderem Karosseriebau, Lackiererei und Montage umgerüstet, Produktionshallen neu aufgebaut und erweitert, eine neue Eisenbahntrasse eingerichtet.

Betriebsratschef Bernd Osterloh gab sich optimistisch, dass der ID.3 beim Verbraucher ankommt. Damit biete VW ein E-Fahrzeug zum Preis eines Diesel-Golfs. Osterloh mahnte ebenfalls, so rasch wie möglich die Ladeinfrastruktur auszubauen: „Das wird kaufentscheidend sein.“

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Unter den Mitarbeitern herrsche größtenteils Zustimmung für den Wandel zur E-Mobilität. Bis 2029 hat VW den Mitarbeitern eine Beschäftigungssicherung zugesagt, diese gilt auch für das Werk in Zwickau.

Auch Kritik an der ID-Serie

„Die ersten externen Kunden werden den ID.3 ab Sommer 2020 bekommen“, sagte Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für E-Mobilität. Mit den Fahrzeugen solle dann eine „nahezu gleichzeitige Markteinführung“ in 28 europäischen Ländern umgesetzt werden.

Es gibt aber auch Kritik an der weiteren Planung der ID-Serie. So soll der Elektro-SUV ID Crozz ‎das nächste Modell der Reihe werden.

Einige Beobachter wundern sich darüber – zumal den Stadtgeländewagen, ob mit oder ohne E-Motor, derzeit bei vielen Menschen auch Ablehnung entgegenschlägt. (ck mit dpa)