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VW: Mann läuft durch Autostadt in Wolfsburg – und vermisst ein wichtiges Detail

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Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg. Die Autostadt in Wolfsburg erntet heftige Kritik. Ein Besucher hat bei Twitter geschrieben, dass er auf dem Gelände der Autostadt keinerlei Informationen und Hintergründe zum dunkelsten Kapitel der VW-Geschichte gesehen hat.

„Heute gelernt: Man kann fünf Stunden durch die Autostadt in Wolfsburg laufen und erfährt an keiner Stelle, dass Volkswagen von Nazis gegründet wurde, der Firmenname auf Hitlers Wunsch nach einem 'Volksauto' zurückgeht und das ursprüngliche Logo einem Hakenkreuz nachempfunden ist“, so der Tweet.

VW und die Autostadt nehmen Stellung

VW und die Autostadt wollen das nicht unkommentiert lassen. Auf news38.de-Nachfrage heißt es von der Autostadt, dass es einen kurzen Draht zum Volkswagen-Konzern und dessen „Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit“ gibt.

„Wir weisen aktiv darauf hin und richten regelmäßige Shuttle-Services ein“, so Autostadt-Sprecherin Anja Kreß.

Autostadt will düstere VW-Geschichte sichtbarer machen

Gleichzeitig wolle man im Zuge des geplanten Ausstellungswechsels im kommenden Jahr auch wieder sichtbar auf die dunkle Geschichte des Konzerns hinweisen. „Wie genau wir das machen, steht aber noch nicht fest, aber wir wollen das Thema in die Ausstellung integrieren“, sagte Kreß.

Und auch Volkswagen-Heritage-Leiter Dieter Landenberger betont, dass dem Konzern Erinnerungskultur sehr wichtig ist. VW sei ein Vorreiter der Aufarbeitung der eigenen unternehmensgeschichtlichen Vergangenheit gewesen.

Unter anderem habe Volkswagen eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse 1996 als Buch unter dem Titel „Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich“ veröffentlicht wurden.

Seit 20 Jahren gibt es auf dem Gelände des Volkswagen-Werks in Wolfsburg die „Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit“, die nach VW-Angaben jährlich von etwa 3.500 Besuchern besichtigt wird.

Die Stätte ist in einem ehemaligen Luftschutzbunker in der Halle 1 untergebracht und zeigt in sechs Ausstellungsräumen ausführlich die Geschichte von Volkswagen während der Zeit des Nationalsozialismus.

>>> Hier findest du den Katalog über die Erinnerungsstätte (PDF)

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Außerdem beteilige sich die Volkswagen AG an der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz. Die Gedenkstättenarbeit in Auschwitz und die Jugendbegegnungen in Oswiecim seien ein gemeinsames Projekt des Internationalen Auschwitz Komitees und des Volkswagen Konzerns, so Landenberger.

Das Projekt „Auschwitz – Erinnern und Zukunft“ habe in den vergangenen 30 Jahren mehr als 3.800 deutsche und polnische Auszubildende, Berufsschüler sowie Meister und Führungskräfte in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz und in die Internationale Jugendbegegnungsstätte geführt – darunter auch Azubis der Autostadt.

Sowohl die Gedenkstättenarbeit als auch die Erinnerungsstätte seien feste Bestandteile der betrieblichen Erinnerungskultur und damit der Unternehmenskultur bei VW. „Volkswagen steht heute für Toleranz, Internationalität und Weltoffenheit“, betont Landenberger. (ck)