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VW-Chef Diess versichert bei Maischberger (ARD): „Ich nehme meinen Hut, wenn...“

VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess sprach bei „Maischberger – Die Woche“ Klartext. (Archivbild)
VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess sprach bei „Maischberger – Die Woche“ Klartext. (Archivbild)
Foto: Ronny Hartmann/ dpa

Der Auftritt von VW-Chef Herbert Diess im ARD-Talk „Maischberger – Die Woche“ war geprägt von Thema Elektromobilität. Dabei gibt sich der 61-Jährige sehr optimistisch – und gibt dabei die ein oder andere überraschend klare Aussage von sich.

„Schon ab dem nächsten Jahr werden E-Autos beginnen, sich massiv durchzusetzen“, sagt der Vorstandschef des Automobilkonzerns VW voraus. Die Zahl der Käufer von E-Autos, die aktuell bei mickrigen 1,6 Prozent liegt, „wird sich mit jedem Jahr verdoppeln.“

VW-Boss Diess: „Deutschland ist noch nicht ready“

Warum die Entwicklung in Deutschland nicht schneller vorangeht? „Die Welt in Deutschland ist noch nicht ready für Elektrofahrzeuge“, erklärt Diess. Die Voraussetzungen in den Bereichen Infrastruktur und Steuersysteme seien noch nicht gegeben.

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Doch auch hier ist der Vorstandschef zuversichtlich: „Die Politik hat erkannt, dass Elektromobilität der einzige Weg ist, die CO2-Ziele zu erreichen. Sie wird die Rahmenbedingungen setzen, damit Elektromobilität auch hier funktioniert.“ Volkswagen will in den nächsten Jahren 33 Milliarden Euro in E-Fahrzeuge investieren.

Weitere manipulierte Abgaswerte? VW-Chef gibt Versprechen ab

Doch die Aussage das Abends fiel nicht beim Blick auf die Zukunft des Autofahrens. Natürlich ging es auch um die jüngere Vergangenheit des VW-Konzerns und die manipulierten Abgaswerte der Fahrzeuge. „Ich glaube, wir haben alles getan, damit wir jetzt mit gutem Gewissen alles verkaufen können, was da kommt“ verteidigt VW-Chef Diess die bisherige Aufarbeitung des Skandals. „Ich bin mir ganz sicher, dass unsere Ingenieure nicht weiterhin betrügen.“

Aber was, wenn sie das doch tun? Das will Moderatorin Sandra Maischberger von Herbert Diess wissen. Der gibt darauf ein klares Versprechen: „Dann nehme ich meinen Hut.“ Auf die Möglichkeit eines anschließenden Strafverfahrens angesprochen, gibt sich der VW-Boss gelassen: „Das ist kein Spaß, aber ich bin nicht nervös.“

VW-Vorstandschef äußert sich auch zu China und Donald Trump

Ebenfalls überraschend deutlich äußerte sich Herbert Diess auch zu weltpolitischen Themen. VW kooperiert seit 35 Jahren mit China – ist das aufgrund der aktuellen politischen Situation noch tragbar? Der 61-Jährige redet gar nicht lange um den heißen Brei herum: „Man muss in China Geschäfte machen.“

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Das ist Herbert Diess:

  • Er wurde am 24. Oktober 1958 in München geboren
  • In München studierte er Fahrzeugtechnik und Maschinenbau
  • Nach acht Jahren (1989 - 1996) bei „Bosch“ in Stuttgart wechselte er zu BMW
  • Dort war er von 2007 bis 2014 Vorstandmitglied
  • Seit Dezember 2014 arbeitet er für die Volkswagen AG
  • Am 12. April 2018 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden von VW gewählt

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Das Land sei zum Motor der Weltwirtschaft geworden, ohne China gebe es auch in Deutschland deutliche Wohlstandslücken. „Wenn wir uns in unseren Aktivitäten nur auf die Nationen beschränken würden, die unserem moralischen Anspruch gerecht werden, könnten wir nur mit fünf Prozent der Länder auf der Welt zusammenarbeiten“, erklärt Diess.

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Über US-Präsident Donald Trump, den Diess bereits persönlich traf, sagt der Volkswagen-Chef: „Ich fand ihn ganz beeindruckend. Er ist sehr präsent, verfolgt eine klare Position und ist sehr deutlich in seiner Ansprache.“ Seine Qualitäten als Präsident will Diess nicht bewerten, gibt aber am Ende dennoch zu: „Er trägt einen großen Teil zur Instabilität der Weltwirtschaft bei, was für uns nicht gut ist.“