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VW: Dieses Urteil lässt den Konzern zittern

Ein Gericht hat nun ein Urteil gefällt, das VW zittern lassen könnte. (Symbolbild)
Ein Gericht hat nun ein Urteil gefällt, das VW zittern lassen könnte. (Symbolbild)
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wolfsburg/Mönchengladbach. VW und der Abgasskandal – diese Kombination hat bereits für viele Gerichtsprozesse gesorgt. Im Dezember hat das Landgericht Mönchengladbach nun ein richtungsweisendes Urteil gefällt. Und das eröffnet neue Möglichkeiten für Kläger.

Denn das Landgericht Mönchengladbach sprach im Dezember einem Leasingnehmer Schadensersatz für einen manipulierten VW zu. Der Schadensersatz summiert sich laut Hahn Rechtsanwälte aus allen bisher gezahlten Leasingraten plus Zinsen, abzüglich einer Nutzungsentschädigung.

VW muss laut Gericht auf für Leasingfahrzeuge zahlen

VW und die Audi AG als Motorhersteller hätten demnach mit dem Touareg 3.0 V6 ein Fahrzeug in den Verkehr gebracht, das unzulässig gewesen sei. Der Kläger hatte den Leasingvertrag im Juni 2015 abgeschlossen.

Das Fahrzeug war jedoch vom Abgasskandal betroffen und bekam deshalb ein Software-Update aufgespielt. Im Gegensatz zu den Fahrzeugen mit dem Motor EA189, die den Abgasskandal ins Rollen gebracht hatten, drohe bei VW Diesel Fahrzeugen mit größeren 3.0 L Motoren noch keine Verjährung.

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Dieselskandal: Auch 2020 Schadensersatzklagen möglich

Auch in 2020 seien demnach Schadensersatzklagen weiterhin möglich. Obwohl der Kläger nicht der Eigentümer des Tourags war, hätte er einen Anspruch auf Schadensersatz. Auch Leasingnehmer könnten daher vom VW Abgasskandal betroffen sein und einen Anspruch auf Schadensersatz durchsetzen.

Mehr zu einer möglichen Verjährung kannst du hier lesen <<<<.

„Auch ein Leasingnehmer, der einen Leasingvertrag über ein vom Abgasskandal betroffenes Fahrzeug abschließt, erleidet einen ersatzfähigen Schaden, den er von den verantwortlichen Beklagten erstattet verlangen kann", so die Begründung des Gerichts.

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Fachanwalt Lars Murken-Flato erklärt außerdem: „Der größte Teil der Leasingfahrzeuge ist als Firmenfahrzeug oder sogar im Rahmen eines Fuhrparks zugelassen. Unternehmer haben laut diesem Urteil einen Anspruch auf Schadensersatz, wenn die geleasten Fahrzeuge über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen. Und zwar unabhängig davon, ob die Fahrzeuge bereits ein Software-Update bekommen haben oder nicht." (abr)