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VW: Mitarbeiter sollen Kollegen bei Fehlverhalten melden – mehr als 3000 Anzeigen

Bei VW können Mitarbeiter Kollegen melden, wenn ein begründeter Verdacht auf ein Fehlverhalten besteht. Die Zahlen für 2019 überraschen! (Symbolbild)
Bei VW können Mitarbeiter Kollegen melden, wenn ein begründeter Verdacht auf ein Fehlverhalten besteht. Die Zahlen für 2019 überraschen! (Symbolbild)
Foto: imago images/Uwe Meinhold

Wolfsburg. Der Dieselskandal zieht für VW immer noch sehr starke Konsequenzen nach sich. Neben den Gerichtsprozessen und Tausenden betroffenen Kunden gibt es noch einige andere Dinge, an denen hart gearbeitet werden muss.

Und bei diesen Maßnahmen gibt es einen Mann, der VW ganz genau überprüft. Dafür zuständig ist seit 2017 Larry Thompson. Der Jurist überwacht nämlich seither als unabhängiger Auditor und Monitor den Kulturwandel bei VW.

VW: Mitarbeiter können Fehlverhalten von Kollegen melden

2019 hatte er dann seinen zweiten Monitoring-Bericht vorgelegt, in dem er vor allem das Hinweisgebersystem kritisierte. Mitarbeiter hätten zu wenig Vertrauen in das System. Larry Thompson forderte laut „Handelsblatt“ Nachbesserungen.

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Das Hinweisgebersystem bei VW ist dafür gedacht, dass beispielsweise Mitarbeiter Informationen zum Fehlverhalten von Kollegen an interne Experten geben können. Bei den Hinweisen geht es vor allem um schwere Regel- und Rechtsverstöße, heißt es auf der Internetseite von Volkswagen.

So funktioniert das Meldesystem

  • Mitarbeiter können Hinweise über einen Meldekanal, E-Mail, Hotline, per Post oder persönlich abgeben
  • es gibt ein Aufklärungs-Office, in dem die Hinweise eingehen
  • dort sitzen Juristen, außerdem gibt es zwei externe Rechtsanwälte
  • die Juristen gehen den Hinweisen dann nach und prüfen, ob mögliche Verletzungen von Gesetzen, internen Regelungen oder Ähnlichem bestehen

Hinweisgebersystem bei VW: Überraschende Zahlen für 2019

Jetzt hat der Konzern die Zahlen für 2019 veröffentlicht. Diese legen offen, wie viele Hinweise eingegangen sind, welche Hinweise sich bestätigt haben und wo der Konzern entsprechende Konsequenzen gezogen hat. Bei der Auswertung überrascht vor allem ein Ergebnis.

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Wie die „Wolfsburger Nachrichten“ berichten, würden immer mehr Mitarbeiter Fehlverhalten nicht mehr anonym melden. So hätten 90 Prozent der Mitarbeiter ihre Hinweise 2018 mit offener Namensnennung abgegeben.

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Außerdem überraschend: Im Jahr 2019 seien etwa 3000 Hinweise eingegangen. Tatsächlich sei VW 56 Verdachtsfällen auf schwere Regelverstöße nachgegangen. Der Verdacht hat sich laut „Wolfsburger Nachrichten“ nur bei 23 der Fälle erhärtet. Eine ausgiebige Auswertung der Zahlen findest du auf www.wolfsburger-nachrichten.de. (abr)