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VW: Mann (†59) stirbt im Werk – heftige Anschuldigung: „grenzenlose Pietätlosigkeit“

Bei VW in Wolfsburg ist ein Arbeiter verstorben. (Symbolbild)
Bei VW in Wolfsburg ist ein Arbeiter verstorben. (Symbolbild)
Foto: imago images / Jan Huebner

Wolfsburg. Schreckliche Szenen bei VW in Wolfsburg! Das lässt zumindest ein Text erahnen, der in den Sozialen Netzwerken gerade kräftig geteilt wird. Nach dem Tod eines Mannes (59) in dem Werk im vergangenen Dezember werden darin heftige Vorwürfe den Autobauern gegenüber gemacht.

Den Ermittlungen der Polizei nach hat sein Herz versagt. Trotz sofortiger Reanimierungsmaßnahmen war der 59-Jährige noch vor Ort verstorben.

Nun hat jedoch der Bericht eines antikapitalistischen Flugblatts in den sozialen Netzwerken die Runde gemacht, der VW „grenzenlose Pietätlosigkeit“ vorwirft. Denn: Die Produktion ging weiter, der Leichnam habe während der Nachtschicht in Halle 12 abgedeckt noch länger neben dem Band gelegen, heißt es.

VW dementiert Vorwürfe aufs Schärfste

VW verteidigt sich: Es sei alles unternommen worden, um das Leben des 59-Jährigen zu retten, sagte VW-Sprecher Torsten Cramm gegenüber news38.de. Leider vergebens. Der Ort des Geschehens sei unmittelbar nach dem Vorfall mit Fahrzeugen als Sichtbarriere umstellt worden.

Notfallseelsorger im VW-Werk Wolfsburg

„Wir haben speziell für solche Fälle geschulte Mitarbeiter – allerdings nicht in der Nachtschicht“, so Cramm. Daher sei ein externer Notfallseelsorger gerufen worden: „Wir haben alle betrieblichen Vorgaben erfüllt. Das hat uns auch die Polizei bestätigt.“

Der Todesfall sei mit allen betroffenen Kollegen besprochen worden, ihnen sei auch professionelle Hilfe angeboten worden. In der folgenden Nachtschicht sei es jedem Teammitglied freigestellt worden, ob es arbeiten möchte. Dieses Angebot habe aber niemand in Anspruch genommen.

Polizei Wolfsburg äußert sich

Auch die Polizei beschwichtigt – dass der Verstorbene noch längere Zeit am Unglücksort lag, sei den Todesermittlungen geschuldet. Da gehe es um die Frage der Fremdeinwirkung.

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Dass VW die Produktion am Band nicht gestoppt hat, hatte laut Cramm mehrere Gründe. Allem voran sollte so verhindert werden, dass Einsatzkräfte womöglich behindert werden.

Über den Fall hatten zunächst andere Medien berichtet, unter anderem die „Wolfsburger Nachrichten“. (red)