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VW Golf 8: Fiasko! Tacheles vom Betriebsratschef – „Vorstände sind damit gescheitert!“

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Wolfsburg. Klartext vom VW-Betriebsratschef! Bernd Osterloh hat sich überraschend deutlich zum Stotterstart des VW Golf 8 geäußert. In der internen Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“ geht er mit der Führungsetage hart ins Gericht.

Das große Problem bei VW in Wolfsburg: Laut Betriebsrat wurde im vergangenen Jahr nicht mal ein Zehntel der anvisierten 100.000 Fahrzeuge fertiggestellt. Demnach liefen nur knapp 8.400 VW Golf 8 vom Band.

Hauptgrund seien die Störungen bei Software und Elektronik des neuen Wagens. Dabei ist der Golf 8 extrem wichtig für den Volkswagen Konzern...

Scharfe Kritik am VW-Vorstand in Wolfsburg

Der Betriebsrat sei daher entsetzt, „wie nachlässig und schwach der Vorstand weit vor dem Anlauf das ganze Projekt aufgestellt hat.“

Osterloh sieht die Verantwortung dafür nicht in der Belegschaft, sondern vor allem beim Führungspersonal. Denn in der Produktion und Entwicklung tue man alles, um die Stückzahl zu erhöhen.

VW-Betriebsrat: Golf 8-Stückzahlen „ein Trauerspiel“

„Aber im Vorstand will niemand die Verantwortung für die Ursprünge dieses Problems übernehmen, obwohl alle ja schon seit Jahren dabei sind“, so Osterloh. „Hier wollten überehrgeizige Vorstände zu schnell zu viel Technik in ein Fahrzeug stopfen und sind damit gescheitert.“

Das Management erklärte am Donnerstag: „Dass wir beim Anlauf mit Herausforderungen zu kämpfen haben, war bekannt.“ Daher seien besondere Arbeitsgruppen eingerichtet worden. Die Produktion werde schrittweise hochgefahren. Daher habe man auch den Golf 7 noch etwas länger laufen lassen.

Tatsächlich hatte VW bereits von einer „flachen Anlaufkurve“ gesprochen - in den Griff bekommt das Management die Schwierigkeiten aber offenbar immer noch nicht.

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Der Golf 8-Start ist nach Einschätzung der Belegschaftsvertreter missraten, die bisher erreichten Stückzahlen seien ein Trauerspiel.

Osterloh sagte, nach Kollegengesprächen habe er zudem den Eindruck: „Einige Vorgesetzte machen einen enormen Druck auf uns Beschäftigte. Es ist doch klar, dass so ein Verhalten krank machen kann.Meine Kolleginnen und Kollegen erwarten jetzt ein klares Wort von ganz oben.“

Zwei riesige Projekte zur selben Zeit

„Die Transformation ist eine der am schwierigsten zu bewältigenden Aufgaben, der sich die ganze Autoindustrie stellen muss“, hieß es aus dem Konzern. Mit dem Golf 8 und dem Ausbau der Elektro-Modellpalette seien außerdem zwei riesige Projekte zur selben Zeit zu stemmen.

Am Band in Wolfsburg wächst die Unsicherheit

Am Band in Wolfsburg wächst daher auch die Unsicherheit. Wann kommen GTI, GTD und der Golf R? Klar ist bisher nur: Später als geplant.

Verzögerungen beim ID.3

Und auch beim zentralen VW-Projekt des laufenden Jahres, dem Marktstart des neuen E-Autos ID.3, gibt es ebenfalls Verzögerungen. Das in Zwickau hergestellte Auto soll – zusammen mit dem bald anlaufenden Elektro-SUV ID.4 – noch 2020 starten.

Beide Fahrzeuge begründen die vollelektrische ID-Familie, in die Milliarden-Investitionen fließen und die der Kern des künftigen Modellangebots in der Ära der E-Mobilität werden soll. Offiziell hatte Volkswagen zum ID.3 jüngst bekräftigt, man sei im Plan und werde im Sommer so weit sein.

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Beim bisher noch wichtigsten Volumenmodell sieht Osterloh auch Job-Risiken, sollten die Probleme anhalten. „Wir müssen jetzt alle zusammen dafür sorgen, dass der Golf 8 endlich auf Kammlinie kommt. Ich fordere aber schon jetzt, dass dieser Anlauf noch einmal genau untersucht wird und dass die Verantwortlichen im Vorstand für die Software-Fehler und die Verzögerungen benannt werden. Wer so mit dem Golf spielt, spielt auch mit den Arbeitsplätzen der Beschäftigten.“ (dpa/ck)