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VW im Corona-Modus: Das war's erstmal – Volkswagen-Bänder stehen still!

Markteinbruch, Lieferprobleme, Infektionsrisiken: Die Corona-Pandemie trifft die Autoindustrie hart. Wie andere Hersteller muss auch VW nun die Produktion unterbrechen. In Deutschland und weiteren europäischen Ländern läuft erst einmal nichts mehr. (Archivbild)
Markteinbruch, Lieferprobleme, Infektionsrisiken: Die Corona-Pandemie trifft die Autoindustrie hart. Wie andere Hersteller muss auch VW nun die Produktion unterbrechen. In Deutschland und weiteren europäischen Ländern läuft erst einmal nichts mehr. (Archivbild)
Foto: imago images/Eibner/Collage

Wolfsburg. VW macht dicht! Seit dem Ende der Spätschicht am Donnerstagabend geht in den deutschen Volkswagen-Werken gar nichts mehr. Das Coronavirus zwingt den Autobauer – genau wie andere Hersteller – vorerst in die Knie.

Zunächst zehn Arbeitstage lang sollen jetzt keine Autos oder Bauteile mehr hergestellt werden – etwa in den VW-Werken Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter.

Auch in anderen Ländern Europas wird die Produktion der Kernmarke vorläufig unterbrochen, bei mehreren Töchtern wird dieser Schritt geplant oder ist bereits in Kraft. In Spanien ist Pamplona, in Portugal Palmela betroffen. Im slowakischen Bratislava wird seit Dienstag nicht mehr gearbeitet.

VW: Schließungen auch bei Audi

Schließungen gibt es bis zum Wochenende auch bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm sowie in Belgien, Ungarn und Mexiko. Bei Porsche bleiben das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Werk in Leipzig von Samstag an für zunächst zwei Wochen dicht. Skoda hatte in Tschechien bereits am Mittwochabend die Fertigung heruntergefahren.

In Volkswagens US-Werk in Chattanooga werden die Bänder von diesem Samstag an für zunächst eine Woche angehalten. Der Schritt erfolge, um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten sicherzustellen, in der Fabrik würden zusätzliche sanitäre und Reinigungsmaßnahmen vorgenommen. Alle Mitarbeiter sollen vorerst weiter voll bezahlt werden, hieß es in einem Statement von Werksleiter Tom du Plessis.

VW Braunschweig braucht noch mehr Zeit

Örtlich zieht sich das Herunterfahren wohl bis in den Freitagnachmittag, wie aus dem VW Werk Braunschweig zu hören war. „Das ist ein hochkomplexer Vorgang – und nicht etwa ein Knopfdruck“, erklärte ein Sprecher gegenüber news38.de.

Insbesondere die Batteriefertigung könne man nicht einfach ausschalten und nach Hause gehen. Aber: „Unsere Teams arbeiten Hand in Hand, das funktioniert gut“, so der VW-Sprecher.

Aus dem VW-Werk Braunschweig gibt es Widerspruch: „Hier wird die ganze nächste Woche in Frühschicht gefahren. Dort, wo jetzt aufgehört wird, passiert das auch nur wegen Teilemangel – nicht wegen Corona“, heißt es aus der Belegschaft gegenüber news38.de. Die Produktion zu stoppen gehe außerdem von jetzt auf gleich.

Zunächst will das Unternehmen die Lage durch die Arbeitszeitkonten abfedern – beispielsweise über Abbau von Überstunden oder schon geplante Abwesenheiten.

Kurzarbeit bei VW wegen Coronavirus

Wo nötig, müsse man dann darüber hinaus Kurzarbeit bei den örtlich zuständigen Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Die Lkw-Tochter MAN in München kündigte diesen Schritt für die meisten Beschäftigten ab Montag an. >>Das musst du jetzt zur Kurzarbeit wissen – 10 Fragen und Antworten

Im wichtigsten Markt China, wo die Pandemie ausgebrochen war, hatte VW schon zahlreiche Werke vom Netz nehmen müssen. Während sich die Lage dort wieder langsam stabilisiert, schlagen die Probleme jetzt voll auf die Heimatregion des weltgrößten Autobauers durch.

Corona-Infizierte bei VW in Wolfsburg und Emden

Vorgaben zum Gesundheitsschutz waren zuletzt nicht mehr vollständig einzuhalten, es gab auch positive Virus-Testergebnisse. Zudem sackt die Auto-Nachfrage stark ab, VW droht eine teure Unterauslastung der Produktion.

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Ein sich laut Unternehmen „abzeichnender Abbruch der Lieferketten“ führt ebenfalls zu Engpässen, wenn Beschäftigte von Lieferanten zu Hause bleiben müssen oder es in der Logistik hakt. (ck/dpa)