VW 

VW: Datum für Neustart steht angeblich fest – auf diese Einschränkungen müssen sich Mitarbeiter einstellen

Wann können die VW-Mitarbeiter wieder zur Arbeit? Und wie sieht der Alltag am Band dann aus? (Archivbild)
Wann können die VW-Mitarbeiter wieder zur Arbeit? Und wie sieht der Alltag am Band dann aus? (Archivbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wolfsburg. Bewegung nach dem Corona-Stillstand: VW hat seine Produktion nach Ostern wieder hochgefahren – allerdings zunächst sehr zurückhaltend. Rund 1.700 VW-Mitarbeiter an verschiedenen Komponenten-Standorten produzieren seit Dienstag wieder.

Die VW-Mitarbeiter in Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Kassel und Chemnitz sollen dabei helfen, die China-Werke zu versorgen. Dort läuft das Geschäft langsam wieder.

VW: Krisenstab bewertet aktuelle Corona-Lage

Ende des Monats könnten dann weitere Bereiche des Volkswagen Konzerns wieder hochfahren. Ein Krisenstab bespricht täglich die neue Corona-Lage.

Am heutigen Mittwoch will sich außerdem der Betriebsrat treffen, um die Situation zu bewerten. Vieles spreche dafür, die Produktionspause noch um mindestens eine weitere Woche, bis zum 24. April, zu verlängern, berichten die „Wolfsburger Nachrichten“.

NDR: Produktion ab 27. April

Der NDR beruft sich auf den Emder VW-Betriebsrat Manfred Wulff – demzufolge sollen am 27. April in Wolfsburg, Hannover und Emden wieder Autos vom Band rollen.

Volkswagen will Mitarbeiter bestmöglich schützen

Klar ist: Wenn es weitergeht, dann nur unter schärfsten Schutzmaßnahmen. Kein VW-Mitarbeiter soll einer Infektionsgefahr ausgesetzt sein. Das haben Betriebsrat und Konzern vereinbart.

„Die Kolleginnen und Kollegen können sicher sein, dass wir bei Volkswagen alles getan haben, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten“, versicherte Betriebsratschef Bernd Osterloh vergangene Woche. „Wir nehmen Umwege in Kauf, produzieren langsamer und bringen im Zweifel lieber ein Fahrzeug weniger.“

Dort, wo sich in der Produktion der verpflichtende Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten lässt, müssten künftig Schutzmasken getragen werden. Alle Räume, Werkzeuge und Geräte würden noch häufiger gereinigt.

Maßnahmen, die VW ergreifen will:

  • konkrete Abstands- und Hygieneregeln
  • Pflicht zu Mund- und Nasenschutz in Bereichen, wo Abstände von 1,5 Meter nicht möglich sind
  • abgestimmte Reinigungsintervalle
  • Entkoppelungen von Schichten, um Kontakte zu vermeiden
  • eigenverantwortliche Temperaturmessung vor der Schicht

„Der Schutz und die Gesundheit unserer Beschäftigten haben Priorität. Nichts ist uns wichtiger. Unsere Belegschaften können sich darauf verlassen, dass wir das Möglichste tun, dass sie sicher arbeiten können“, so Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer der Marke VW.

Osterloh: „Im Zweifel bringt man sich lieber ein Brot mit“

Die Kantinen bei VW bleiben erstmal geschlossen. Sie sollen erst später öffnen – dann wohl mit weniger Tischen und Stühlen. „Im Zweifel bringt man sich lieber ein Brot mit oder einen Riegel von zu Hause. Das muss jetzt halt mal so sein“, sagte Osterloh. Generell klingt alles sehr nach Improvisation. Anders geht es wohl kaum.

Was VW von anderen, vor allem asiatischen Autobauern unterscheidet: Die Körpertemperatur der Mitarbeiter soll nicht auf dem Werksgelände gemessen werden. Sie sollen jeweils morgen einen Fragenkatalog durchgehen und mögliche Covid-19-Symptome selbst feststellen.

VW hat den Wiederanlauf aber nicht allein in der Hand. Alles hänge stark an den Vorgaben der Politik, „und wann sie plant, das öffentliche Leben wieder hochlaufen zu lassen“, sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer der „FAZ“.

Wichtig für den Konzern ist dabei auch, dass die Autohäuser und Kfz-Zulassungsstellen wieder öffnen – damit auch wieder Autos verkauft werden.

Eine weitere Hürde: Volkswagen hat viele Zulieferer in Italien und Spanien. Und damit in den Ländern, die besonders stark unter der Corona-Pandemie leiden. Laut „Handelsblatt“ bezieht VW allein aus Italien etwa 19.000 verschiedene Bauteile von 470 Zulieferern.

------------

Mehr zum Thema VW:

------------

Zuletzt hatte VW die Schließung der Werke seiner Kernmarke in Deutschland wegen der Corona-Pandemie bis zum 19. April verlängert. (dpa/ck)