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VW-Diesel-Vergleich ausgeschlagen? So kommst du dennoch an dein Geld

Etwa 2 Millionen Autofahrer aus Deutschland waren 2015 vom Dieselskandal betroffen. VW hat sich nun mit dem Bundesverband der Verbraucherschützer auf einen Vergleich für Betroffene geeinigt. (Archivbild)
Etwa 2 Millionen Autofahrer aus Deutschland waren 2015 vom Dieselskandal betroffen. VW hat sich nun mit dem Bundesverband der Verbraucherschützer auf einen Vergleich für Betroffene geeinigt. (Archivbild)
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Die Registrierungsphase bei VW für Betroffene des Dieselskandals geht in die Verlängerung.

Eigentlich wäre am 20. April Schluss gewesen. Doch am Montag hat VW bekannt gegeben, die Frist bis zum 30. April zu verlängern. Bis dahin haben also betroffene Autofahrer die Chance, Schadenersatz für den Wertverlust ihres Autos zu kriegen.

VW: Frist für Diesel-Vergleich geht in die Verlängerung

Die Voraussetzung: Der Autofahrer muss Teil der Musterfeststellungsklage gewesen sein. Doch was ist mit all jenen Betroffenen, die nicht Teil der Klage waren oder aber den Diesel-Vergleich ausschlagen wollen? Für die gibt es einen anderen Weg.

Anfang Februar haben sich VW und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) auf einen Vergleich geeinigt. Bis zu 830 Millionen Euro will der Konzern nun lockermachen, um Schadenersatz für den Wertverlust der Fahrzeuge zu betreiben.

VW will ab 5. Mai Schadenersatz auszahlen

So sieht das Angebot konkret aus

  • Vergleich richtet sich an Besitzer von Dieselautos mit dem fraglichen Motor EA 189
  • betroffen sind neben der Kernmarke VW-Pkw auch Autos etwa von Audi, Skoda, Seat und den VW_Nutzfahrzeugen
  • je nach Typ und Alter des Wagens aus den Modelljahren 2008 und 2016 gibt es Entschädigungen zwischen 1.350 und 6.257 Euro
  • Kriterien außerdem: Kauf vor dem 1. Januar 2016; Wohnsitz zum Kaufzeitpunkt in Deutschland
  • wer den Vergleich annimmt, erhält eine Einmalzahlung, verzichtet dann aber auf etwaige andere vorgebrachte Ansprüche in der Musterfeststellungsklage

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Bislang hätten rund 200.000 Betroffene den Vergleich angenommen. Sie bekommen Einzelbeträge zwischen 1.350 und 6.250 Euro. Ab dem 5. Mai sollen sie ausgezahlt werden. Bei 21.000 Fällen steht die finale Prüfung noch aus. Nun können Geschädigte noch bis zum 30. April fehlende Unterlagen einreichen oder sich neu registrieren lassen.

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Doch was ist mit Kunden, das Angebot nicht erhalten oder es nicht annehmen wollen?

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Die können in Einzelverfahren weiter für Entschädigungen streiten. Wichtig: Sie müssen vor dem Oktober eingereicht werden, ansonsten verjähren die Ansprüche, raten Verbraucherschützer. Es ist allerdings unklar, ob vergleichbare Bedingungen erzielt werden können. „Wer weniger Risiko eingehen möchte, kann den Vergleich annehmen", rät vzbv-Chef Klaus Müller.

An vielen Land- und Oberlandesgerichten gab es schon Dieselverfahren, mit unterschiedlichem Ausgang. Teils wurde VW-Kunden Schadenersatz oder sogar Kaufpreis-Ersatz zugesprochen. Oft bekam aber auch der Konzern Recht in seiner Auffassung, die betroffenen Autos seien sicher und voll verkehrstüchtig. Strittig blieb häufig Frage, ab wann mögliche Ansprüche von Kunden auf Entschädigung verjähren und ob sie im Erfolgsfall einen Betrag für die Nutzung zahlen müssen. (abr/mit dpa)