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VW in Wolfsburg: Video zeigt „sorgloses“ Verhalten in Corona-Zeiten – jetzt reagiert der Standort

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VW ist davon überzeugt, dass man gemeinsam neue Wege und Lösungen finden werden, um diese Krise zu überwinden. Gerade jetzt sei es besonders wichtig, dass man die Verhaltens- und Hygieneregeln mit viel Disziplin befolgt.

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Wolfsburg. Seit Montag fährt VW die Produktion langsam wieder hoch – auch im Stammwerk Wolfsburg. Nach fast eineinhalb Monaten Lockdown wegen der Corona-Zwangspause ist auch bei VW nichts mehr so, wie es mal war. Vieles läuft glatt, aber nicht alles.

Konzern und Betriebsrat hatten über Wochen hinweg akribisch ein detailliertes Maßnahmenpaket zum Schutz der Belegschaft vor dem Coronavirus vorbereitet und umgesetzt. Laut VW verlief der Start am Montag in Wolfsburg ziemlich glatt.

VW lobt Mitarbeiter: „Zum großen Teil vorbildlich“

„Auch wenn es für alle Beteiligten der erste Tag mit den neuen Gesundheitsschutz-Maßnahmen gewesen ist, war die Umsetzung schon zum großen Teil vorbildlich“, teilt ein VW-Sprecher am Dienstag mit.

Zugleich sei aber auch klar, dass sich jeder einzelne auf die neue Situation erstmal einstellen müsse. „Das ginge vermutlich jedem so“, so der Sprecher. Gerade nach dem Feierabend am ersten Tag sei die Corona-Pandemie vielleicht noch nicht direkt bei allen wieder gegenwärtig.

Konzern reagiert auf Facebook-Video aus Wolfsburg

Bei Facebook war ein Video aufgetaucht, in dem zu sehen war, wie sich einige VW-Mitarbeiter nach der Frühschicht dicht an dicht vor dem Werkstor in den Feierabend verabschiedeten. Teils mit zu geringem Abstand oder ohne Masken.

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Dass habe man bei VW natürlich registriert, so der Sprecher. „Wir haben umgehend Maßnahmen ergriffen, um solche Situationen künftig zu vermeiden. Wir waren heute auch noch mal mit unserem Sicherheitsteam und Führuingskräften vor Ort und haben die Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert.“

Am Dienstag sei vor dem Werkstor schon alles viel besser abgelaufen. Unter anderem habe es auch Lautsprecherdurchsagen und Absperrungen gegeben. Fahrzeugverkehr vor dem Tor Nord gebe es jetzt nicht mehr, so hätten die VW-Mitarbeiter die Chance, noch größeren Abstand zu wahren.

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Polizei Wolfsburg: Problem sind die Parkplätze

Auch Polizei und Stadt wissen von der Situation. Man tausche sich mit VW aus, sagte ein Sprecher der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“. Ein Problem seien die Parkplätze, die zwar VW gehörten, aber öffentlich zugänglich seien. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass neue Regelungen immer einige Tage brauchen, bis sie verinnerlicht sind“, so der Sprecher gegenüber der „WAZ“.

VW führt Maskenpflicht auf dem Arbeitsweg ein

Im Personal-Telegramm hieß es dann am Mittwoch, dass ab Donnerstag eine Maskenpflicht auf dem werksinternen Weg zur Arbeit eingeführt wird – eine Alltagsmaske müsse dann jeweils auf dem Weg vom Tor zum Arbeitsplatz und auch wieder zurück getragen werden.

VW bittet alle Mitarbeiter darum, den empfohlenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten. „Schützen Sie sich damit selbst und Ihre Kolleginnen und Kollegen und tragen Sie somit dazu bei, dass Volkswagen den Wiederanlauf erfolgreich meistert“, heißt es in der Mitteilung.

Das sind die Schutzmaßnahmen bei VW:

  • Das Band läuft vorerst auf halber Geschwindigkeit, so dass weniger Mitarbeiter auf engem Raum sein müssen.
  • Verpflichtender Mund-Nasen-Schutz an Stationen, an denen der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht einzuhalten ist.
  • Überall sind Markierungen auf dem Boden, Laufwege wurden umgelenkt, an den Wänden hängen Plakate mit Hygienehinweisen.
  • Tische werden in der Mitte mit Plexiglas geteilt, einzelne Arbeitsplätze am Band mit dicken Folien abgetrennt, an den Motorräumen kann von links und rechts gearbeitet werden, eine Trennwand steht in der Mitte.
  • Die gemeinsame 10-Uhr-Pause entfällt, erklärt Werkleiter Stefan Loth. Stattdessen gehen die Beschäftigten getrennt in die Pausen.
  • Aus den Team-Räumen wurden die Spinde vor die Tür gekarrt, so dass sie trotz beschränkter Mitarbeiterzahl in den Räumen für alle erreichbar sind.
  • Außerdem sind alle aufgefordert, vor dem Arbeitstag zu Hause Fieber zu messen.

HIER kannst du dir auch ein Firmenvideo zu den Sicherheitsmaßnehmen bei VW ansehen!

„Wir haben alles umgestellt, was wichtig ist, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten“, hatte auch VW-Chef Herbert Diess am Montag in Wolfsburg noch einmal betont.

Erstmal liege die Kapazität im Stammwerk bei höchstens 15 Prozent. Etwa 8.000 Mitarbeiter seien zurückgekehrt – normalerweise arbeiten hier bis zu 70.000. (ck)