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VW droht weiteres Fiasko: Richter zweifeln an Argumenten – beginnt der echte Dieselskandal erst jetzt?

Dunkle Wolken über dem VW-Stammwerk in Wolfsburg. Ein Zeichen?
Dunkle Wolken über dem VW-Stammwerk in Wolfsburg. Ein Zeichen?
Foto: Peter Steffen/dpa

Karlsruhe/Wolfsburg. Für VW könnte es richtig eng und noch teurer werden! Denn: Vielen Besitzern eines VW-Autos könnte nach Auffassung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich Schadenersatz wegen des Dieselskandals zustehen.

Die obersten Richter zeigten sich am Dienstag in einer vorläufigen Einschätzung skeptisch gegenüber der Darstellung von VW, Diesel-Besitzern sei durch die unzulässige Abgastechnik in ihren Fahrzeugen kein Schaden entstanden.

VW-Kunde zieht vor BGH: Er will den gesamten Kaufpreis zurück

Konkret geht es in dem Verfahren um die Klage eines Besitzers eines VW Sharan, der sein Auto zurückgeben und dafür den vollen Kaufpreis wiederbekommen will, weil er sich von VW getäuscht sieht. Es ist das erste Verfahren zum VW-Dieselskandal überhaupt, das beim Bundesgerichtshof verhandelt wird.

Das Oberlandesgericht Koblenz hatte im Verhalten von VW eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung gesehen, dem Kläger aber nur einen Teil der geforderten Summe zugesprochen. Dagegen hatten beide Seiten Revision eingelegt.

VW zu BGH-Einschätzung: Autokauf muss nicht schon Schädigung sein

Der Anwalt des Anklägers hatte vor dem Verhandlungsbeginn mit markigen Worten auf sich aufmerksam gemacht: „Wir werden dafür sorgen, dass der Dieselskandal am Dienstag erst beginnt“, sagte er. Sein Urteil will der Bundesgerichtshof zu einem späteren Zeitpunkt verkünden.

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Auch VW hat sich inzwischen zu den Stimmen aus Karlsruhe geäußert: Man sehe Teile der ersten BGH-Einschätzung des kritisch. „Entgegen der vorläufigen Ansicht des BGH sind wir nicht der Ansicht, dass allein der Kauf eines Fahrzeugs schon eine Schädigung darstellt“, erklärte ein VW-Sprecher am Dienstag.

Die Dieselwagen seien stets nutzbar gewesen - das Risiko einer Stilllegung habe „zu keiner Zeit bestanden“. Zustimmung gab es für die Andeutung der Karlsruher Richter, bei betroffenen Kunden müsse zumindest ein Betrag für die Nutzung der Autos verrechnet werden. (dpa/ck)