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VW-Skandal: Ex-Manager vor Gericht – brisantes Meeting: „Lasst euch nicht erwischen!“

Dunkle Wolken über dem VW-Hauptsitz in Wolfsburg. (Symbolbild)
Dunkle Wolken über dem VW-Hauptsitz in Wolfsburg. (Symbolbild)
Foto: imago images / Jan Hübner

Braunschweig/Wolfsburg. Der juristische Kündigungsstreit zwischen VW und einem Ex-Manager zieht sich in die Länge. Das Amtsgericht Braunschweig will Zeugen zu einem womöglich sehr brisanten VW-Meeting vernehmen.

Das Gericht teilte am Montag mit, dass die Beweisaufnahme Aufschluss über den Inhalt der Gesprächsrunde bei VW aus dem Jahr 2006 geben soll. Die Richter wollen klären, ob der frühere Hauptabteilungsleiter für Dieselmotoren-Entwicklung früh von dem Dieselbetrug bei Volkswagen wusste.

Stolpert Ex-VW-Manager über brisanten Satz?

Das VW-Meeting vom 15. November 2006 ist Kernpunkt des Streits. Ab diesem Zeitpunkt hat der Manager aus VW-Sicht die Entwicklung unerlaubter Abgassoftware in den USA gebilligt und deren Verwendung nicht verhindert. An diesem Tag soll der Satz gefallen sein: „Lasst euch nicht erwischen!“

Bei einer Verhandlung im März gab der Kläger an, er könne sich an eine Teilnahme an dem Meeting nicht erinnern und habe unabhängig davon erst am 18. September 2015 aus den Medien von einer Rechtswidrigkeit erfahren.

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Nach Einsicht in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Braunschweig zum Dieselbetrug hatte VW dem Manager im August 2018 gekündigt und eine Weiterbeschäftigung als unzumutbar erklärt. Genau das fordert der Kläger aber.

Kein weiterer Bonus für VW-Manager

In der Verhandlung am 5. Oktober wird es um die ordentliche Kündigung gehen. In einem Teilurteil erklärte das Arbeitsgericht am Montag die außerordentliche Kündigung für unwirksam, weil sie aus Sicht Richter zu spät erfolgte.

Auf der anderen Seite wies das Gericht Forderungen nach Bonuszahlungen und Schadenersatzansprüche unter anderem ab, weil VW zwischenzeitlich eine Zahlung geleistet habe. (dpa/ck)