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VW-Zug in Wolfsburg gestoppt – jetzt planen die Aktivisten vor Gericht DAS

Aktivisten blockierten einen VW-Zug in Wolfsburg.
Aktivisten blockierten einen VW-Zug in Wolfsburg.
Foto: dpa/Bodo Marks

Wolfsburg. Es war ein Protest, der für Aufsehen gesorgt hat! Im August 2019 stoppten Aktivisten einen VW-Zug in Wolfsburg.

Am 2. Juni soll nun einem der Aktivisten am Amtsgericht Wolfsburg der Prozess gemacht werden. Oder, wie die Aktivisten es auf ihrer Internetseite selbst anpreisen: „VW und sein Staat laden zum Tanz."

VW: Aktivisten wollen Prozess zum Ereignis machen

Doch die Gruppe will den Prozess nicht einfach so starten lassen. Sie ruft zu einem „heiteren Beweisanträgeschreiben" auf. Wird also auch aus dem Prozessauftakt ein Happening?

Die Aktivisten wollen sich nach eigenen Angaben selbst verteidigen – und das „offensiv". In ihrer Verteidigungsstrategie wollen sie sich auf den Klima-Notstand berufen. Die Basis dafür: Paragraph 34 aus dem Strafgesetzbuch.

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Demnach will die Gruppe belegen, dass folgende Punkte gegeben waren:

  • gegenwärtige Gefahr für Leben, Leib, Eigentum
  • es gibt keine Alternativen, die Gefahr abzuwenden
  • das zu schützende Interesse ist höher als das von (in diesem Fall) VW
  • die Handlung muss geeignet und verhältnismäßig sein

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+++ VW-Skandal: Ex-Manager vor Gericht – brisantes Meeting: „Lasst euch nicht erwischen!" +++

Und dazu fordert sie Anhänger auf, Beweisanträge zu schreiben, um eben jene Theorie zu untermauern.

VW-Blockade: So lief der 13. August 2019 ab

Die Aktion „#vwblock" fand am 13. August 2019 statt. Gegen 12 Uhr seilten sich Aktivisten von der Eisenbahnbrücke vor dem VW-Werk in Wolfsburg ab. Mit dieser Aktion blockierten sie die Auslieferung von mehr als hundert Neuwagen.

Damit wollte die Gruppe nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen und sich gegen die Autoindustrie stellen. Andere Aktivisten ketteten sich an die Gleise.

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Etwa 15 Polizeibeamte waren vor Ort und beobachteten die Situation. Gegen Abend begannen die Beamten dann, die Ketten zu lösen. Um Mitternacht war die Blockade des Autozuges vorrüber. Danach seien Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahn- und Schiffsverkehr eingeleitet worden.

Für VW gab es keine Beeinträchtigungen

Doch damit sollte es noch nicht genug sein. Auch in der Autostadt wurden die Aktivisten aktiv. Dort kletterten sie in die Weltkugel im Foyer. Über Nacht und bis zum Folgetag hielt der Protest an. Sie verließen das Gelände dann im Laufe des Tages aus freien Stücken.

VW gab danach ein Statement raus, worin es hieß, dass die Aktion keine Auswirkungen auf die Produktion oder Auslieferung der Fahrzeuge gehabt habe. Auch hatte die Autostadt den Aktivisten ein Gespräch angeboten – das sei abgelehnt worden. Die ganze Geschichte liest du HIER. (abr)