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VW-Krise spitzt sich zu: Volkswagen streicht mehrere Schichten in Wolfsburg – und beantragt jetzt weitere Kurzarbeit

VW beantrag weitere Kurzarbeit in den Werken.
VW beantrag weitere Kurzarbeit in den Werken.
Foto: imago images / Sven Simon

Wolfsburg. Vor wenigen Wochen liefen die Bänder bei VW wieder an, nun drosselt der Autobauer die Produktion wieder.

Grund dafür ist der Verkaufseinbruch in der Autoindustrie wegen der Corona-Krise. Betroffen sind die Montagelinien 1, 3 und 4 im Stammwerk Wolfsburg.

Dort soll die Produktion des kleinen SUV Tiguan sowie des Touran und des Seat Tarraco zunächst an vier Tagen komplett ruhen. Dies gelte am kommenden Freitag (15.05.) sowie für den 20., 25. und 29. Mai, hieß es am Dienstag aus VW-Kreisen. Der 22. Mai wird demnach zum Brückentag.

VW stoppt Bänder – auch Golf 8 ist betroffen

Auch der neue VW Golf 8 ist betroffen – hier entfallen an den genannten Tagen aber vorerst nur einzelne Schichten. Zudem soll die Möglichkeit von Kurzarbeit grundsätzlich auf den Zeitraum vom 18. bis 31. Mai erweitert werden.

Die „Wolfsburger Nachrichten“ berichten, dass Volkswagen vorsorglich für das gesamte zweite Quartal Kurzarbeit beantragt hat. Ein Konzernsprecher wollte das am Dienstagabend auf news38.de-Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

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Etliche der rund 80.000 Beschäftigten, für die in Deutschland eine verringerte Arbeitszeit angemeldet worden war, sind noch nicht zurückgekehrt. VW hatte Ende April zunächst in Zwickau, dann auch am Hauptsitz Wolfsburg und an mehreren weiteren Standorten mit einem vorsichtigen Neustart in der Fertigung begonnen.

Stillstand wegen Corona: VW kämpft gegen Absatz-Krise

Der gesamten Branche macht jedoch nach wie vor die Vorsicht der Kunden zu schaffen. Selbst der VW Golf lässt sich kaum noch verkaufen. Von einem „Totalausfall“ war zuletzt die Rede.

Lange waren neben der Produktion auch die Autohäuser dicht – jetzt sind die Lager voll, während viele Verbraucher größere Ausgaben scheuen. Außerdem gab es erhebliche Probleme in den Lieferketten.

VW-Kernmarken-Vertriebschef Jürgen Stackmann sprach zum Wochenbeginn von „alarmierenden“ Konsumdaten. Daher legt der Konzern von diesem Freitag an auch für Audi, Skoda, Seat und die leichten Nutzfahrzeuge ein Absatzprogramm auf, um die Nachfrage anzukurbeln.

Zur Diskussion über umstrittene Auto-Kaufprämien sagte der VW-Manager: „Es wird nicht ohne ein breit angelegtes Konjunkturpaket gehen - und zwar für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Automobilindustrie.“ Bis Anfang Juni will die Bundesregierung darüber entscheiden. (dpa/ck)