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VW: Urteil im Dieselskandal gefallen – es ist wegweisend für Tausende Kunden

VW: Das erste BGH-Urteil zum Abgasskandal wird am Montag erwartet. Enttäuschte Kunden verfolgen den Prozess mit Spannung. (Symbolbild)
VW: Das erste BGH-Urteil zum Abgasskandal wird am Montag erwartet. Enttäuschte Kunden verfolgen den Prozess mit Spannung. (Symbolbild)
Foto: imago images / Jan Huebner

Vor rund fünf Jahren ist VW der Dieselskandal um die Ohren geflogen.

Die Folgen für die Autobauer: Ein schwerer Imageschaden für VW und Hunderttausende verärgerte Kunden. Viele von ihnen klagten gegen den Autobauer. Jetzt ist der erste Fall vor dem Bundesgerichtshof gelandet. Am Montagmittag ist das Urteil gefallen: Der Bundesgerichtshof spricht dem VW-Kunden im Dieselskandal Schadenersatz zu.

VW: BGH-Urteil im Abgasskandal erwartet

Demnach wurde die Frage geklärt, ob VW seine Kunden mit der illegalen Abgastechnik seine Kunden vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat. Volkswagen ist vom Dieselskandal betroffenen Autobesitzern grundsätzlich zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet. Klagende Käufer, die das Geld für ihr Auto zurückhaben wollen, müssen sich aber die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen, entschied der BGH.

In der Verhandlung vor knapp drei Wochen haben die Richter schon durchblicken lassen, dass es darauf hinauslaufen dürfte.

Schadensersatz für Kunden

Kläger wie Herbert Gilbert aus Rheinland-Pfalz, dessen Fall nun als erster vor den BGH-Richtern gelandet ist, hat anteilsmäßig Geld zurückerhalten. Gilbert zahlte 2014 rund 31.500 Euro für seinen Sharan. Weil er das Auto mehrere Jahre gefahren hat, hat er nun rund 25.600 Euro plus Zinsen zurückerhalten. Der Mann hatte argumentiert, er habe der Werbung vertraut und geglaubt, ein sauberes Auto gekauft zu haben.

BGH-Urteil könnte Erfolgsaussichten weitere Kläger steigern

Bundesweit gibt es viele Tausend ähnlich gelagerte Fälle, die noch nicht rechtskräftig entschieden sind. Spricht der BGH Gilbert Schadenersatz zu, würde das die Erfolgsaussichten der anderen Kläger schlagartig verbessern und endlich für Klarheit sorgen.

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Denn an den höchstrichterlichen Entscheidungen aus Karlsruhe orientieren sich alle Gerichte der unteren Instanzen. Bisher wurde die Frage, ob VW Schadenersatz schuldet, überall unterschiedlich beantwortet.

Vergleich noch immer möglich

Doch nicht alle betroffenen Dieselkäufer bekämen Schadensersatz. Nur, wer selbst geklagt hat, kann profitieren. Grundvoraussetzung hier ist, dass über die Klage noch nicht abschließend geurteilt wurde. Das trifft derzeit auf etwa 60.000 Verfahren zu. Weiterhin möglich wäre auch, dass VW sich mit Klägern auf einen Vergleich einigt, also ohne Urteil Geld zahlt.

Neue Klagen werden laut VW nicht mehr hinzukommen. „Anlass für neue Klagen wird es kaum geben“, betont der Konzern. Fälle, in denen bis heute nicht geklagt wurde und die auch nicht zum Musterverfahren angemeldet waren, sind nach Auffassung von Volkswagen inzwischen verjährt. (vh/mit dpa)