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VW: Nach Rassismus-Skandal um Werbevideo kommt jetzt DAS heraus – „Neue, besorgniserregende Facette“

Clemens Maria Schuster
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Hätte VW den neuesten Rassismus-Eklat verhindern können? Immer mehr Details sickern aus Wolfsburg durch. Gleichzeitig gibt es einen Bericht über personelle Veränderungen bei VW.

Denn wiie jetzt herauskam, war der umstrittene Golf-Clip bereits elf Tage vor der großen Veröffentlichung bei Twitter gepostet worden – auf dem Account von VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann.

VW mit Geschmacklos-Spot: Wer wusste wann Bescheid?

Laut Spiegel wurde der geschmacklose Spot von VW mit „Wenn das nicht Magie ist, was dann?“ auf Twitter veröffentlicht und kommentiert. Demnach gab es direkt danach Rassismus-Vorwürfe, die Volkswagen nicht kommentierte – vielmehr verschwand das Video ein paar Stunden später von dem Twitter-Account. Elf Tage später erschien der Clip dann wieder bei Instagram...

Diesmal sorgte er international für Empörung und einen Shitstorm. Ausgerechnet Topmanager Stackmann war es dann, der sich für VW entschuldigte.

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Er sprach von einem „rassistischen Werbevideo“, das jeden anständigen Menschen beleidige. Ergebnisse und Konsequenzen der Untersuchung würden öffentlich gemacht, kündigte er an.

VW-Betriebsrat drängt auf schnelle Reaktion

Inzwischen fordert auch der Betriebsrat von Volkswagen eine schnelle Antwort des Konzerns auf den Werbespot. Dass das rassistische Video Anfang Mai auf Stackmanns Twitter-Account veröffentlich wurden sei, bezeichnet er als „neue, besorgniserregende Facette“.

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„Im Fall des VW-Werbeclips wird es ein erster wichtiger Schritt sein, rasch unsere interne Aufklärungsarbeit sichtbar werden zu lassen“, teilte der Betriebsrat mit.

Ein für Ende dieser Woche angekündigtes erstes Ergebnis der Aufklärung müsse nun auch kommen.

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Der VW-Konzern teilte seinerseits mit, dass bei der Untersuchung des rassistischen Videos der komplette Zeitraum betrachtet werde. Dazu gehöre auch der Tweet am 8. Mai auf dem Twitter-Account von Stackmann. Dieser werde professionell gemanagt. „Über den Hinweis und die Löschung des von der Fachabteilung freigegebenen Videos war Herr Stackmann nicht informiert worden“, sagte ein VW-Sprecher.

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Der Betriebsrat warnte vor vorschnellen Schlüssen und betonte, dass für Stackmann die Unschuldsvermutung gelte. Unabhängig davon drohe dem Unternehmen jetzt aus kommunikativer Sicht einmal mehr eine Situation von höchster Trag- und Reichweite.

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Der kurze Clip zeigt unter anderem einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weißen Hand durchs Bild geschoben und anschließend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird. Für einen Moment ist gegen Ende des Werbefilms für den neuen Golf 8 auch eine Buchstabenfolge zu sehen, deren Einblendung das Wort „Neger“ nahelegt.

Bericht: Personalkarussell bei VW dreht sich

Einem Bericht zufolge will VW seinen Markenvorstand Jochen Sengpiehl loswerden. Laut „Auto Motor und Sport“ will VW-Chef Herbert Diess den jetzigen Posche-Chef Oliver Blume auf den Posten hieven.

Der Konzern dementiert den Bericht als „haltlose Spekulation“. Noch seien die Untersuchungen, wie es zu der Verbreitung des Werbespots kam, im Gange, sagte eine Sprecherin zur Fachzeitschrift „W&V“. (dpa/red)