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VW: Rassistisches Werbe-Video – Konzern zieht erste Konsequenzen

Clemens Maria Schuster
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Wolfsburg. Es sollte ein lockeres Werbe-Video für den neuen VW Golf 8 werden. Doch statt Vorfreude auf das Modell, löste VW in den Sozialen Medien einen Shitstorm aus. Der berechtigte Vorwurf: Das Video ist rassistisch.

Als Konsequenz versprach VW die rasche Aufklärung des Falls. Jetzt legt der Autobauer laut „Auto Motor Sport“ eine erste Erklärung vor.

VW: Shitstorm nach rassistischem Werbevideo in den sozialen Medien

Mit dem kurzen Clip hatte VW eigentlich gerade das Thema Vielfalt ansprechen wollen. Er sollte Menschen verschiedener Herkunft, aus verschiedenen Altersklassen und in unterschiedlichen Lebensphasen integrieren. Fünf dieser Clips hat der Autobauer erstellen lassen.

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Das stark kritisierte Video porträtierte ein verliebtes Paar, das sich gegenseitig neckt. Die weibliche Darstellerin stammt aus Spanien, der männliche Schauspieler ist Deutsch-Nigerianer. VW räumte inzwischen ein, dass einige Elemente in dem Clip, die eigentlich spielerisch anmuten sollen, rassistisch wirken.

VW nahm kritische Stimmen nicht ernst genug

Dass das Video dennoch veröffentlicht wurde, liege an fehlender Sensibilität für das Thema im Freigabe-Prozess. Kritische Stimmen seien nicht ernst genug genommen worden.

VW-Markenvorstand Jürgen Strackmann hatte den Clip zunächst auf seinem Twitter-Account geteilt und ihn dann wegen zwei kritischer Bemerkungen wieder gelöscht. Dennoch postete das Unternehmen den Clip später auf der Instagram-Seite von VW, wo auch prompt ein heftiger Shitstorm folgte.

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Die Verantwortlichen von VW bedauerten später, mit dem Video Gefühle von Menschen verletzt zu haben. Laut Untersuchungsbericht sei aber klar, dass es keine rassistischen Motive waren, die zu seiner Produktion geführt hätten.

Diese Konsequenzen zieht der Autobauer

Nun zieht VW die Konsequenzen: Jedes Video soll vor der Veröffentlichung einzeln geprüft werden. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Inhalte aus dem Kontext gerissen eine ungewünschte Wirkung erzielen.

Strackmann kündigte laut „Auto Motor Sport“ außerdem an, ein Social-Media-Team aufzubauen, das die Kanäle des Konzerns rund um die Uhr überwache. Ob es zu weiteren personellen Konsequenzen komme, soll der kommende zweite Teil des Untersuchungsberichts ergeben. (vh)