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VW: „Katastrophale Lieferunterbrechung“ droht – bringt dieser Streit Volkswagens Elektro-Pläne ins Wanken?

VW und Ford droht eine „katastrophale Lieferunterbrechung“. Hintergrund ist ein Batterie-Streit zweier koreanischer Firmen. (Symbolbild)
VW und Ford droht eine „katastrophale Lieferunterbrechung“. Hintergrund ist ein Batterie-Streit zweier koreanischer Firmen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Eibner

Wolfsburg. VW muss offenbar mal wieder zittern. Diesmal geht es um einen Streit zweier Batteriehersteller.

Die beiden koreanischen Firmen LG Chem und SK Innovation (SKI) liegen in einem heftigen Rechts-Clinch – und das könnte VW drastisch zu spüren bekommen. Genau wie Ford.

VW vergibt Auftrag – und dann gibt's Stress

Die Batteriehersteller fordern die Internationale Handelskommission in den USA dazu auf, Lieferungen des jeweils anderen zu verbieten.

Der Streit entbrannte bereits vor zwei Jahren, als VW einen Auftrag an SKI vergab. Im vergangenen Jahr kam es dann zur Klage.

LG Chem mit schweren Vorwürfen gegen SK Innovation

LG Chem sagt, der kleinere Konkurrent habe Mitarbeiter abgeworben, welche anschließend Geschäftsgeheimnisse verraten hätten.

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Laut der Nachrichtenagentur Reuters fürchten VW und Ford jetzt eine „katastrophale Lieferunterbrechung“. Es dürfe nicht zu behördlich verschuldeten Kollateralschäden bei SKI-Kunden kommen.

In einem vorläufigen Urteil gab die Handelskommission LG Chem Recht. So dürfte SK Innovation keine Batterieteile für die geplante US-Produktion einführen. Das entscheidende Urteil soll aber erst am 5. Oktober fallen.

USA: SKI soll VW-Werk in Chattanooga mit Batterien beliefern

SKI baut im US-Bundesstaat Georgia eine 1,7 Milliarden Dollar teure Fabrik, die das 200 Kilometer entfernte VW-Werk in Chattanooga beliefern soll. Kommendes Jahr soll es losgehen. Auch für Ford bauen die Koreaner eine Fabrik.

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Das VW-Werk Chattanooga:

  • Fläche: 5.600.000 m²
  • Produktion: ca. 990.788 Fahrzeuge (Februar 2020)
  • Modelle: US Passat, Volkswagen Atlas, Volkswagen Atlas Cross Sport
  • Belegschaft: ca. 3.800

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Batterie-Riese LG Chem war zuletzt durch einen China-Deal mit Tesla zum neuen weltweiten Marktführer (24,2 Prozent des Weltmarkts) aufgestiegen. Es folgen CATL (22,3 Prozent) und Panasonic (21,4 Prozent).

VW setzt auf Batterie-Produktion in Salzgitter

VW ist entschlossen, sich selbst und die Töchter Audi und Porsche mit Batteriezellen zu versorgen. Am geplanten Standort in Salzgitter, den VW zusammen mit seinem schwedischen Partner Northvolt aufbaut, ist der Produktionsanlauf allerdings erst für 2024 geplant.

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Ursprünglich sollte die Fabrik über eine Kapazität von 16 Gigawattstunden verfügen. VW stockte aber auf und plant jetzt mit 24 Gigawattstunden. Bis zum Jahreswechsel 2023/24 wird in Salzgitter mehr als eine Milliarde Euro investiert, mittelfristig sollen über 1.000 Jobs entstehen.

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Zur Eröffnung einer ersten Kleinserien-Linie im Herbst hieß es, langfristig peile man konzernweit eine Batteriekapazität von 150 Gigawattstunden an. (ck/dpa)