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VW: Abhör-Affäre erschüttert Konzern – jetzt sucht Volkswagen den Maulwurf!

Offenbar wurde VW belauscht. Unklar ist aber, von wem... (Symbolbild)
Offenbar wurde VW belauscht. Unklar ist aber, von wem... (Symbolbild)
Foto: imago images / Jan Hübner

Wolfsburg. VW hat wieder Ärger mit dem Bekanntwerden von vertraulichen Interna. Diesmal wird VW von einer Abhör-Affäre erschüttert, die es in diesem Ausmaß zuvor noch nicht gegeben hat. Dabei geht es um den erbitterten Machtkampf mit dem bosnischen Zulieferer Prevent.

Laut dem Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ sind jetzt brisante Tonaufnahmen aufgetaucht, die die Glaubwürdigkeit von VW erschüttern könnten. Rund 50 Stunden Material seien mitgeschnitten worden. Die Rede ist von „der größten Abhöraffäre der deutschen Wirtschaftsgeschichte“.

Prevent-Streit: Maulwurf in interner VW-Runde?

Demnach soll die interne und hochrangige Strategie-Runde von VW in den Jahren 2017 und 2018 abgehört worden sein. Mit am Tisch saß dem Blatt zufolge der jetzige VW-Markenchef Ralf Brandstätter.

Volkswagen soll sich dabei am Rande der Legalität bewegt haben. Wer für die Mitschnitte verantwortlich ist, ist dem Magazin zufolge noch ungeklärt. Prevent gab an, nichts von den VW-Tapes zu wissen. Der Wolfsburger Autobauer kündigte an, den Fall zu untersuchen.

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„Wenn interne und vertrauliche Sitzungen illegal dokumentiert und solche Informationen unberechtigt an die Öffentlichkeit gelangen, schockiert uns das zutiefst“, so ein Sprecher. „Dass in dieser Runde ein Verräter saß, haben wir nicht für möglich gehalten“, so die Reaktion eines mit dem Vorgang vertrauten VW-Mitarbeiters.

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Zwist mit VW-Zulieferer Prevent eskaliert

Vor über drei Jahren war der Streit zwischen VW und der Prevent-Gruppe eskaliert. Es ging ums Geld. Ein Lieferstopp zweier Prevent-Töchter zwang VW kurzzeitig in die Knie, beim Golf und Passat gab es Kurzarbeit.

Volkswagen soll hinter den Kulissen versucht haben, sich nach etwa 40 Jahren von dem Sitzbezüge- und Getriebeteile- Zulieferer zu trennen. Laut „Business Insider“ geht aus dem brisanten Tonmaterial hervor, dass sich VW mit Daimler und BMW konkret abgestimmt habe, dass man sich gemeinsam beim Zulieferer Grammer einkaufe – um eine Übernahme durch Prevent zu verhindern.

VW dementiert das. Nur so viel: „Es wurde offen über alle möglichen Lösungsansätze diskutiert“, sagt ein Sprecher. Es sei darum gegangen, einen weiteren Schaden abzuwenden.

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Auch Alt-Bundeskanzler und Ex-VW-Aufsichtsrat Gerhard Schröder soll ein Thema der geheimen Sondereinheit gewesen sein. Demnach sollte er seine Nähe zum russischen Präsidenten Putin nutzen, um Prevent den Geldhahn in Russland abzudrehen.

2018 hatte Volkswagen die Prevent-Verträge gekündigt, seitdem trifft man sich vor Gericht. Prevent wirft VW „kriminelles Verhalten“ und ein rücksichtsloses Einsetzen seiner extremen Marktmacht vor.

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Aus Wolfsburg dagegen heißt es, dass die bisherigen Urteile eine klare Sprache sprechen. Prevent habe seine Belieferung rechtswidrig eingestellt oder in einem anderen Fall damit gedroht. (ck)