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VW: Brisante Spitzel-Affäre bei Volkswagen – jetzt schalten sich die Ermittler ein

Offenbar systematisch und über eine längere Zeit schnitt ein Unbekannter die Gespräche einer internen VW-Arbeitsgruppe mit.
Offenbar systematisch und über eine längere Zeit schnitt ein Unbekannter die Gespräche einer internen VW-Arbeitsgruppe mit.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Bei VW in Wolfsburg dürfte es hinter den Kulissen brodeln. Die Abhör-Affäre könnte den Konzern erneut erschüttern – in dieser wirtschaftlich eh schon schwierigen Zeit ist Misstrauen pures Gift.

Inzwischen hat sich auch die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Aus Braunschweig hieß es am Montag, dass noch keine Anzeige seitens VW eingegangen ist.

Lauschangriff bei VW: Zwei Verstöße möglich

Demnach könnte das heimliche Mitschneiden interner Sitzungen nach vorläufiger rechtlicher Einschätzung Verstöße gegen zwei Paragrafen bedeuten: Verletzung des Geschäftsgeheimnisses (Paragraf 23 GeschGehG) und Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (Paragraf 201 StGB).

VW-Spitzelaffäre: Staatsanwaltschaft Braunschweig erwägt Verfahren

Diese Delikte würden üblicherweise nur auf Antrag des Geschädigten - in dem Fall VW - verfolgt. Die Staatsanwaltschaft prüfe aber, ob dennoch auch von Amts wegen ein Verfahren einzuleiten sei, sagte eine Sprecherin.

Das Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ hatte zuvor berichtet, dass bei VW Sitzungen einer Arbeitsgruppe etwa 50 Stunden lang systematisch mitgeschnitten worden seien. Die Gruppe beschäftigte sich den Angaben nach mit den Geschäftsbeziehungen zum Zulieferer Prevent.

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VW hat eine Aufklärung des Vorgangs angekündigt. Man sei zutiefst schockiert, hieß es aus Wolfsburg. Und: „Dass in dieser Runde ein Verräter saß, haben wir nicht für möglich gehalten.“ (dpa/ck)