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VW stellt Strafanzeige in Spitzelaffäre – „Wurden Opfer einer illegalen Abhör-Attacke“

 In der Abhöraffäre um den langjährigen Streit mit dem ehemaligen Lieferanten Prevent hat der VW-Konzern Strafanzeige eingereicht. (Symbolbild)
In der Abhöraffäre um den langjährigen Streit mit dem ehemaligen Lieferanten Prevent hat der VW-Konzern Strafanzeige eingereicht. (Symbolbild)
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wolfsburg/Braunschweig. VW geht in die Offensive!

In der Affäre um mitgeschnittene VW-interne Gesprächsrunden hat Volkswagen jetzt Strafanzeige eingereicht. Das bestätigte ein VW-Sprecher am Mittwoch. Demnach richtet sich die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen unbekannt.

Maulwurf bei VW – Gespräche über Prevent mitgeschnitten

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Gespräche einer Arbeitsgruppe 2017 und 2018 mitgeschnitten wurden, in der es um den Umgang mit der Zuliefergruppe Prevent ging. „Volkswagen wurde Opfer einer illegalen Abhör-Attacke“, hieß es vom Konzern.

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VW hatte nach mehreren Lieferstopps Anfang 2018 die Vertragsbeziehungen mit Prevent gekündigt. Die Parteien streiten sich seit Jahren in mehreren Verfahren vor Gericht.

VW-Spitzelaffäre weitet sich offenbar aus

Derweil weitet sich die Spitzelaffäre offenbar aus. Wie das Online-Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ am Mittwoch berichtete, soll in der fraglichen Zeit auch ein Gespräch zwischen VW und dem Zulieferer Prevent mitgeschnitten worden sein. Darin habe VW im April 2017 zugesagt, weiter zu den Verträgen zu stehen und die Hoffnung geäußert, dass auch Prevent sich daran halte.

Dabei habe VW zu diesem Zeitpunkt schon die Entscheidung getroffen, Prevent auszusteuern, wie es im Branchenjargon heißt - das zumindest folgert das Magazin aus weiteren Aufnahmen. „Business Insider“ liegen nach eigenen Angaben rund 50 Stunden Audiomitschnitte von 35 Gelegenheiten vor. VW hält die Mitschnitte für illegal und sucht bisher intern nach dem unbekannten Urheber.

Auch Prevent prüft rechtliche Schritte gegen VW. Die Gruppe hatte auch mitgeteilt, keine Kenntnis von den Aufnahmen zu haben und an ihrer Entstehung nicht beteiligt gewesen zu sein.

Prevent: Nicht zum ersten Mal Opfer einer VW-Spionage-Aktion

„Prevent ist nicht zum ersten Mal Opfer einer von Volkswagen initiierten Spionage-Aktion geworden“, sagte der Prevent-Sprecher. Berichten zufolge hatte Volkswagen vor einigen Jahren eine Berliner Firma damit beauftragt, „Zielpersonen“ des Zulieferers überwachen zu lassen und teils auch Privatadressen in Erfahrung zu bringen.

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VW hatte dazu entgegnet, es habe sich um Auskünfte „im Rahmen der rechtlichen Vorschriften“ gehandelt: „Recherchen“ seien nötig gewesen, um die Strukturen des Prevent-Netzwerks offenzulegen.

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Seit Jahren streiten sich die Parteien vor Gericht um die einstiegen Lieferbeziehungen, derzeit sind laut Prevent noch über zehn Verfahren in Deutschland anhängig.

Volkswagen sieht sich in der Mehrzahl der Urteile bisher bestätigt, in einem Fall hatten Richter der Zuliefergruppe gar „Mittel der Erpressung“ vorgeworfen. Der Prevent-Sprecher sagte hingegen: „Die Medienberichte zeigen, dass sich Volkswagen über Jahre hinweg rechts- und treuewidrig gegenüber einem Zulieferer verhalten und dabei überaus zweifelhafte Mittel angewandt hat.“ (dpa/ck)