VW 

Fall Tönnies: Anwalt spricht von „Märchen“ – und knöpft sich auch VW vor!

Ein Anwalt kritisiert die Werksverträge bei Tönnies und zieht schockierende Parallelen zu VW.
Ein Anwalt kritisiert die Werksverträge bei Tönnies und zieht schockierende Parallelen zu VW.
Foto: imago images

Der Fall Tönnies sorgt für immer neue Negativschlagzeilen. Gerade nimmt die Diskussion um Werkverträge in den Betrieben wieder an Fahrt auf. Nicht nur in der Fleischverarbeitung, sondern in der gesamten Industrie.

Auch bei VW arbeiten zahlreiche Menschen mit Werkverträgen wie bei Tönnies – und genau das kritisiert der Anwalt Rolf Geffken. Er fordert nicht nur ein Verbot für Werksverträge in der Fleischbranche, sondern in der gesamten Industrie.

Anwalt vergleicht den Fall Tönnies mit VW – der Autobauer kommt dabei nicht gut weg

Er kritisiert zunächst, dass Tönnies die Werkverträge möglicherweise durch konzerneigenen Subunternehmen verschleiern wolle. Damit binde der Unternehmer den Verbrauchern ein „Märchen“ auf, meint Geffken, der bereits bei einem subunternehmen angestellte VW-Testfahrer juristisch vertreten hat.

„Lang und breit war in der Öffentlichkeit breitgetreten worden, um was es ging: Darum, dass endlich diejenigen, die im Betrieb arbeiten, auch in einem Arbeitsverhältnis zum Unternehmen stehen“, schreibt er in einem Statement auf seiner Website.

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Harte Worte gegen VW

Doch auch bei konzerneigenen Unternehmen handele es sich um Fremdfirmen. Eine Praxis, die er nicht gutheißt – aber von der man so schon „sattsam von Autovision und Sitech bei VW erfahren“ habe.

„Zu diesen Firmen erklärte VW stereotyp, man habe mit diesen Firmen nichts zu tun und wisse nichts von deren Geschäftsgebaren. Es seien unabhängige Unternehmen und dass sie dem Konzern angehören würden, habe gar keine Bedeutung“, sagt der Anwalt.

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Das befürchtet der Anwalt

„In den zahlreichen Prozessen auf Festanstellung von Fremdbeschäftigten in den letzten sieben Jahren wandte VW immer und immer wieder ein, man habe 'keine Kenntnis' von den Einzelheiten, die bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen eine Rolle spielten und bürdete – mit Zustimmung der meisten Arbeitsgerichte – die volle Darlegungs- und Beweislast den 'Fremdbeschäftigten' auf“, kritisiert Geffken.

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Er befürchtet, dass Tönnies nun ähnlich handeln könnte. „Wie lange wollen wir uns das Verwirrspiel des Herrn Tönnies noch bieten lassen?“, fragt der Anwalt in der Mitteilung auf seiner Website. (vh)