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VW-Chef Herbert Diess spricht Klartext: „Wolfsburg muss sich...“

VW-Chef Herbert Diess fand deutliche Worte.
VW-Chef Herbert Diess fand deutliche Worte.

Wolfsburg. Das Personalkarussel bei VW hat sich in den letzten Wochen rasant gedreht! Gleich mehrere Spitzenpositionen wurden neu besetzt.

VW-Chef Hebert Diess war selbst betroffen, musste seinen Posten als Chef der Kernmarke abgeben. Dennoch verteidigt er die Entscheidungen. Und macht eine klare Ansage Richtung Wolfsburg!

VW: Herbert Diess mit klarer Ansage Richtung Wolfsburg

Die Neu-Besetzungen mehrerer Spitzenposten seien nach Meinung von Hebert Diess notwendig gewesen. Und mit einer Bedingung verknüpft: Klare Vorgaben für die betroffenen Konzernmarken. Mit Blick auf Skoda beispielsweise fordert Diess, dass die Marke im Segment der preiswerten Autos stärker werden müsse.

MAN wiederum habe ein strukturelles Problem und hänge in puncto Rentabilität weit hinter Scania zurück. Nötig sei laut Diess ein Umbau mit deutlichen Einschnitten wie dem Abbau von Arbeitsplätzen.

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Diess selbst musste im Juni die Führung der Kernmarke VW und damit Macht abgeben. Mit Blick auf den Umbau in dem Wolfsburger Konzern sagte er: „Mein Anspruch wird nicht nachlassen. Wolfsburg muss sich schneller und stärker reformieren.“

Der Volkswagen-Chef widersprach Spekulationen, Veränderungen im Spitzenmanagement hingen mit dem Machtkampf mit den Gewerkschaften in den vergangenen Wochen zusammen: „Auch wenn die zeitliche Abfolge den Anschein erwecken mag, sind die Personalentscheidungen an der Spitze des Konzerns natürlich von langer Hand geplant gewesen.“

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VW will weniger Top-Manager von außerhalb holen

Nach den Worten von Diess ist Volkswagen mit den personellen Veränderungen „jetzt zu 80 Prozent durch“. Volkswagen habe das Ziel, in Zukunft möglichst wenige hohe Manager von außerhalb zu holen: „Die Entwicklung von Top-Führungskräften gehört bei Volkswagen bislang nicht zu den ausgewiesenen Stärken“, sagte Diess.

Herbert Diess blickt in die Zukunft: „Es wird jetzt darauf ankommen, dass...“

Nach dem Einbruch bei Verkäufen und Gewinn wegen der Corona-Krise im ersten Halbjahr zeigte sich Diess zuversichtlich für die Zukunft. „Die Erholung, die wir jetzt spüren, ist sehr ermutigend“, sagte er. „Es wird jetzt darauf ankommen, dass wir keinen zweiten Lockdown bekommen. Dann würde es schwer.“

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Das ist Herbert Diess:

  • geboren am 24.10.1958 in München
  • arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität München und promovierte auf dem Gebiet der Montageautomatisierung
  • ab 1990 war er Leiter Planung und Instandhaltung des Robert Bosch Werks Treto in Spanien
  • 1996 wechselte er zur BMW AG nach München und übernahm dort wieder eine Leitungsposition
  • 2007 wurde er in den Vorstand der BMW AG berufen
  • 2012 wurde er Entwicklungsvorstand der BMW AG
  • 1. Juli 2015: Aufsichtsrat der Volkswagen AG bestellte Diess zum Mitglied des Konzernvorstands
  • seit 13. April 2018 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft

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Die Wende zur Elektromobilität sieht Diess durch die Corona-Pandemie nicht gefährdet. Sie werde eher beschleunigt, nachdem die staatlichen Förderprogramme für Elektroautos auf vielen Märkten aufgestockt worden seien.

Das kommt dann auch den Elektro-Modellen von VW zugute.

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