VW 

VW ausspioniert: Haus des mutmaßlichen Spions abgebrannt!

Die VW-Abhöraffäre entwickelt sich zum Krimi. (Symbolbild)
Die VW-Abhöraffäre entwickelt sich zum Krimi. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wolfsburg. Die Abhöraffäre bei VW spitzt sich zu. Sie könnte sogar zu einem Krimi werden.

Denn jetzt haben die VW-Ermittler einen neuen Verdachtspunkt ausgemacht. Im Landkreis Helmstedt.

VW-Tapes: Haus des Verdächtigen abgebrannt

Dort stand das ehemalige Haus des mutmaßlichen Spions. Allerdings brannte das Fachwerkhaus Ende Mai bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden liegt bei mindestens 600.000 Euro. „Man steht da und sie wie versteinert, es ist unbegreiflich für mich", sagte eine Nachbarin zu news38.de.

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Das Brisante: Schon kurz nach dem Brand hatten die Ermittler Spuren entdeckt, die auf Brandstiftung als Ursache hindeuteten. Der Verdacht erhärtete sich und habe auch noch Bestand, sagte ein Polizeisprecher am Montag zu news38.de.

Genau deswegen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig den verheerenden Brand auch mit in ihre laufenden Ermittlungen bezüglich des VW-Abhörskandals einbezogen. „Ein möglicher Zusammenhang zu dem Brandverfahren wird von uns geprüft“, so eine Sprecherin zu news38.de.

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Sollte hier womöglich etwas vertuscht werden? Ging es um eine Versicherungssumme? Oder war alles nur Zufall?Details könne sie nicht nennen, so die Staatsanwältin.

Zunächst hatte das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ über den möglichen Zusammenhang berichtet. Der Verdächtige wollte mit dem Magazin nicht reden – „Kein Kommentar. Schönen Tag noch“, soll er den Reportern zugerufen haben, als sie ihn im Kreis Helmstedt mit den Vorwürfen konfrontierten.

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Er soll es gewesen sein, der in den Jahren 2017 und 2018 heimlich brisante und interne VW-Gespräche zum Streitthema Prevent mitgeschnitten hatte. Vor zwei Wochen wurde der Fall öffentlich.

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VW-Tapes – eine Chronologie:

  • 2017 und 2018: Ein VW-Mitarbeiter schneidet heimlich brisante Gespräche mit
  • 26. Juli 2020: Die Abhör-Affäre kommt ans Licht
  • 27. Juli 2020: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig schaltet sich ein
  • 29. Juli 2020: VW stellt Strafanzeige
  • 31. Juli 2020: VW enttarnt den mutmaßlichen Maulwurf und wirft ihn raus
  • 05. August 2020: Weitere brisante Schreiben tauchen auf
  • 07. August 2020: Razzia! Die Ermittler stellen vermeintliches Beweismaterial sicher
  • 10. August 2020: Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit einem Brand Ende Mai

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VW machte den Helmstedter schnell als Tatverdächtigen aus – und schmiss ihn raus. Gleichzeitig erstattete der Volkswagen Konzern Strafanzeige. Man sei „Opfer einer illegalen Abhörattacke“ geworden, erklärte Volkswagen. Das Motiv des Maulwurfs ist weiterhin völlig unklar. (ck)