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VW: Experte mit Schock-Prognose – DAS muss VW jetzt dringend ändern

Über VW braut sich einiges zusammen. (Symbolbild)
Über VW braut sich einiges zusammen. (Symbolbild)
Foto: imago images / regios24

Wolfsburg. Au weia! Ganz bittere Nachrichten für VW: Diese Berechnungen eines Experten dürften dem Konzern so gar nicht gefallen.

Der deutsche Automobil-Forscher und Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hat die Verkaufszahlen des ersten Halbjahres einmal genauer unter die Lupe genommen – und dabei aus VW-Sicht wohl Erschreckendes festgestellt.

Schon vorher war klar, dass das Coronavirus keinen positiven Einfluss auf das erste Halbjahr haben dürfte... Doch dass es VW so heftig trifft, dürften die wenigsten erwartet haben.

VW: Traurige Zahlen legen dramatisches Problem offen

Die Zahlen legen die Probleme von VW offen wie selten zuvor. Und deuten gleichzeitig darauf hin, wie wichtig die Elektro-Wende für den Branchen-Primus aus Wolfsburg sein wird.

Klar ist: Das Corona-Virus hat die gesamte Automobil-Branche hart getroffen. Die Absatzzahlen sind stark eingebrochen, laut dem von Dudenhöffer in der „Welt“ zitierten Bericht bei VW um 28 Prozent. Bei der Konkurrenz sind es ganz ähnliche Zahlen. Toyota beispielsweise verzeichnete einen Rückgang um 29 Prozent.

Richtig bitter wird die Berechnung von Autoexperte Dudenhöffer jedoch erst, wenn man sich die Gewinn- und Verlustwerte für jedes einzelne Auto anschaut.

VW mit dickem Minus pro verkauftem Fahrzeug – Dudenhöffer mit düsterer Prognose

Pro Fahrzeug macht VW über alle Marken hinweg demnach konzernübergreifend einen Verlust von 415 Euro. Der Verlust von VW allein beträgt 313 Euro. Das Überraschende: Damit steht VW verglichen mit vielen anderen deutschen Autobauern noch vergleichsweise gut dar. Bei Mercedes lag der Verlust bei 599 Euro und bei BMW sogar bei 1.088 Euro. VW-AG-Tochter Seat trifft es mit einem Minus von 1.376 Euro ebenfalls hart.

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Die Zahlen untermauern eine düstere Prognose von Dudenhöffer, der erst vor wenigen Tagen vor dem Verlust von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Autoindustrie gewarnt hatte.

Diese beiden Autobauer machen trotz Krise fette Gewinne

Doch ein deutscher Autobauer kann sich über satte Gewinne pro Fahrzeug freuen. Dabei handelt es sich um AG-Tochter Porsche. Fast 10.000 Euro bleiben pro Fahrzeug bei dem Hersteller aus Stuttgart hängen. Solche Gewinne bereinigen zwar die Gesamtzahlen der VW-AG, können die Verluste anderer VW-Töchter jedoch nicht ausgleichen.

Zweiter Nutznießer ist VW-Elektro-Konkurrent Tesla. Hier beträgt der Gewinn rund 3.000 Euro je Fahrzeug. In den Gewinn floss allerdings auch der Verkauf von CO2-Zertifikaten an andere Hersteller mit ein.

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Das ist VW:

  • Die Volkswagen AG wurde 1937 gegründet
  • Zum Konzern gehören auch die Marken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini und Porsche
  • 2018 fertigten die Wolfsburger rund 40 Modelle unter dem Namen Volkswagen
  • Im Jahr 2019 waren rund 22 Prozent aller Neuzulassungen Autos von VW

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Wenig schmecken dürfte VW dabei auch der Erfolg der direkten Konkurrenz von Autos mittlerer Preisklasse. Den direkten Vergleich mit Tesla zu verlieren, ist wohl noch zu verkraften, anders dürfte es jedoch bei Toyota (ein Plus von 533 Euro je Fahrzeug) und Opel-Mutter PSA (ein Plus von 707 Euro je Fahrzeug) aussehen.

Zumindest kann AG-Tochter Skoda die beiden Konkurrenz-Autobauer noch schlagen. Damit bleibt Skoda „eine wichtige Ertragsstütze im VW-Konzern“, so Dudenhöffer gegenüber der „Welt

Dieses Modell soll VW aus der Krise führen

Für Dudenhöffer laufen die Zahlen nur auf eine Konsequenz heraus: Im VW Konzern müsse es „stärkere Anpassungen als bei Toyota“ geben. Volkswagen produziert seine Autos schlicht zu teuer und muss das jetzt dringend ändern. Was das Geschäftsjahr von VW vielleicht noch retten könnte, ist der Start des ID.3. Ist er möglicherweise die letzte Rettung für VW?

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Mit dem Start des Elektro-Wagens soll bei dem Wolfsburger Konzern endgültig die Elektro-Wende eingeleitet werden. Erstmals wurde bei dem ID.3 eine völlig neue Bauweise für die Elektro-Reihe von VW umgesetzt. Auch in den weiteren Modellen, beispielsweise dem ID.4, dem ID.Crozz oder dem ID.Buzz wird sie zum Einsatz kommen. Dass sich VW bei der Entwicklung Tesla als Vorbild genommen hat, ist kein Geheimnis.

Erst vor wenigen Wochen erklärte Konzern-Chef Diess, der ID.3 sei eine klare Kampfansage an den amerikanischen Vorreiter. Der „Start in die neue Ära“, wie Diess es nannte, ist VWs große Hoffnung.

Ein Projekt, das zum Gelingen verdammt ist. Schafft es auch der ID.3 und die geplante Elektro-Flotte nicht, VW wieder auf Spur zu bringen, könnte es düster aussehen für die Arbeitnehmer der VW-Werke. Und Dudenhöffers Prognose der bis zu 100.000 Arbeitsplätze, die in der Automobilbranche auf dem Spiel stehen, könnte VW härter treffen, als es möglich erschien.

Diess selbst hatte den ID.3 zuletzt auf einer Urlaubsfahrt nach Italien ausgiebig getestet. Wenig überraschend zog der VW-Boss ein positives Fazit. Doch es gab auch einige Kleinigkeiten, die Diess nicht so ganz in den Kram passten. Mehr dazu liest du >>>hier. (dav, mit dpa)