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VW: Mitarbeiter verpfeifen sich gegenseitig, damit sich Skandale nicht wiederholen

VW scheint in der Spur zu sein, was das Einhalten interner Regeln angeht. (Symbolbild)
VW scheint in der Spur zu sein, was das Einhalten interner Regeln angeht. (Symbolbild)
Foto: Swen Pförtner/dpa

Wolfsburg/Washington. Inwiefern „verpfeifen“ sich die VW-Mitarbeiter gegenseitig? Oder, anders gesagt, wie aufmerksam passt die VW-Belegschaft auf, was im Konzern passiert?

Genau dafür hatte Volkswagen das interne Whistleblower-System ins Leben gerufen – als Folge des Dieselskandals bei VW. Beschäftigte haben hier die Möglichkeit, rund um die Uhr per Telefon oder online, anonym oder mit Offenlegung ihrer Identität auf mögliche Unregelmäßigkeiten aufmerksam zu machen.

VW-Mitarbeiter nutzen Whistleblower-System

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter dieses System in rund 2.000 Fällen genutzt. Laut einem Sprecher hat es sich nach entsprechender Prüfung jedoch nur in vergleichsweise wenigen Fällen um „ernsthafte Verstöße“ gehandelt, „denen intensiv nachgegangen werden musste“. Volkswagen selbst bezifferte diese Zahl auf etwa 60 bis 70 – bei mehr als 670.000 Mitarbeitern weltweit.

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Die Verbesserung der Prozesse zur Regeltreue und Integrität war eine der zentralen Punkte einer Vereinbarung, die VW nach dem Auffliegen der Diesel-Manipulationen mit der US-Regierung getroffen hatte. Der Aufseher Washingtons bei Volkswagen, Larry Thompson, beendete nun seine etwa drei Jahre laufenden Prüfungen.

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US-Aufseher sieht VW in der Spur

  • Drei Jahre lang kontrollierte er als „Aufpasser» der US-Regierung, ob VW nach der Abgasaffäre interne Regeln hinreichend verschärfte.
  • Das Zeugnis von Larry Thompson fällt insgesamt gut aus.
  • Aber der Jurist richtet auch einen neuen Auftrag an die Wolfsburger...

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Thompson bescheinigte VW, aus dem Dieselskandal gelernt zu haben - bei der Umsetzung schärferer Regeln dürfe der Konzern aber nicht nachlassen. „Volkswagen ist heute ein besseres Unternehmen als vor drei Jahren“, erklärte der Jurist am Montag. Er stellte aber auch klar, dass „ständige Achtsamkeit“ nötig sei.

So sieht es auch die Vorständin für Integrität und Recht, Hiltrud Werner. „Das Erreichen des Zertifikats, das er uns ausgestellt hat, ist ein Meilenstein, aber nicht das Ende. Wir werden in gleicher Weise weiterarbeiten“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

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Im dritten Jahr der Aufsicht habe Thompson mit über 150 Mitarbeitern der internen Revision und dem 50-köpfigen eigenen Team weiter viele Abläufe und Verfahren untersucht - bei der Kernmarke VW, aber auch bei Audi, Skoda und Seat. „Das war eine anstrengende Übung», sagte Werner. „Aber dieses Testing hat ergeben, dass es keine kritischen Feststellungen mehr gab. Wir haben dadurch jetzt mehr Sicherheit.“

Auch VW-Chef Herbert Diess zeigte sich zufrieden. Aber auch er betonte, dass sich der Konzern nicht zurücklehnen dürfe: „Ich bin der kontinuierlichen weiteren Verbesserung unseres Unternehmens und seiner Kultur verpflichtet, ebenso wie alle meine Vorstandskollegen.“ (dpa/ck)