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Winterkorn will nicht – so versucht sein Anwalt, den VW-Prozess zu verhindern

Wie schlecht geht es Martin Winterkorn? Ist der Ex-VW-Chef überhaupt verhandlungsfähig? (Archivbild)
Wie schlecht geht es Martin Winterkorn? Ist der Ex-VW-Chef überhaupt verhandlungsfähig? (Archivbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Eigentlich soll ab kommendem Februar der Betrugsprozess gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn starten.

Aber: Winterkorn-Anwalt Felix Dörr will offenbar noch versuchen, dem 73-Jährigen den öffentlichen Prozess-Pranger zu ersparen.

Winterkorn: Ex-VW-Chef saß angeblich im Rollstuhl

Dabei soll der Gesundheitszustand Winterkorns eine Rolle spielen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).Demnach sei aus dem Umfeld des ehemaligen Ex-VW-Chefs von zwei Fuß-Operationen zu hören – inklusive Reha und einer Zeit im Rollstuhl. Hinzu komme ein altes Hüftleiden.

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Ist Winterkorn nur eingeschränkt verhandlungsfähig? Das würde den Prozess stark beeinflussen. Sein Anwalt wollte auf SZ-Anfrage dazu nichts sagen.

Es gilt dem Bericht zufolge aber als wahrscheinlich, dass Dörr die Gesundheit seines Mandanten bei der Absprache mit der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Braunschweig ansprechen wird. Hier soll der Prozess stattfinden.

Winterkorn in Haft? Eher unwahrscheinlich

Demnach kommt auch hinzu, dass Winterkorn zur Corona-Risikogruppe zählt. Und: Er bekommt wegen des Dieselskandals seit Jahren die volle Breitseite ab – auch medial. Allein das könnte strafmildernd sein. Genau wie der Fakt, dass Winterkorn bei einem Urteil womöglich schon 75 Jahre alt ist.

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Sollte er tatsächlich wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt werden, drohen Winterkorn bis zu zehn Jahre Haft. Dass der Ex-VW-Chef diese Strafe wirklich antreten muss, gilt aber als unwahrscheinlich. Auch deswegen offenbart für die SZ ein grundsätzliches Problem der deutschen Justiz. >> Mehr dazu liest du hier!

Winterkorn selbst betont nach wie vor, unschuldig zu sein.

Doppelte Packung: Anklage auch wegen Marktmanipulation

Zusätzlich zu dem Betrugsprozess muss sich Winterkorn auch noch auf ein öffentliches Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher Marktmanipulation im Abgasskandal vorbereiten – auch hier dürfte sein Anwalt alles daran setzen, das zu verhindern... (red)