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VW: Greenpeace erhebt Täuschungsvorwürfe – „VW gaukelt den ID-Kunden etwas vor“

Greenpeace erhebt Vorwürfe gegen die ID-Reihe von VW. (Symbolbild)
Greenpeace erhebt Vorwürfe gegen die ID-Reihe von VW. (Symbolbild)
Foto: imago images/ Volkswagen AG/ Fotomontage News38

Wolfsburg. Heftige Kritik an der neuen ID-Reihe von VW!

Greenpeace wirft dem VW-Konzern Täuschung bei seiner neuen Elektroflotte vor. VW wirbt mit klimaneutraler Produktion – doch Greenpeace will jetzt berechnet haben: Das stimmt so nicht. Allein beim Bau des ID.4 entstünden fast 14 Tonnen CO2.

VW gaukelt den ID-Kunden eine klimaschonende Produktion vor und ignoriert dabei die wirklich großen Schritte zu weniger CO2“, konkretisiert Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan die Vorwürfe an VW. Der Autobauer selbst reagiert zurückhaltend und will die Täuschungsvorwürfe nun prüfen.

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VW: Das steckt hinter den Greenpeace Vorwürfen

Den erhobenen Anschuldigungen werde im Detail nachgegangen, kündigte der Autobauer am Dienstag an. Konkret geht es um den Bau des ID.3 und des ID.4. Beide Modelle bewerbe Volkswagen als klimaneutral produzierte Autos. Nach Greenpeace-Recherchen würde jedoch sehr wohl CO2 bei der Produktion anfallen.

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Das ist VW:

  • Die Volkswagen AG wurde 1937 gegründet
  • Zum Konzern gehören auch die Marken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini und Porsche
  • 2018 fertigten die Wolfsburger rund 40 Modelle unter dem Namen Volkswagen
  • Im Jahr 2019 waren rund 22 Prozent aller Neuzulassungen Autos von VW

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Laut den Umweltschützern gehe es sogar um „enorme Mengen“. 13,9 Tonnen CO2 fielen demnach allein bei jedem produzierten ID.4 an. Volkswagen gebe vor, unvermeidbare CO2-Emissionen aus der Produktion seiner ID-Reihe über den Kauf von Zertifikaten auszugleichen. Hierbei geht es hauptsächlich um ein Kompensationsprojekt auf Borneo in Indonesien. Der Greenpeace Vorwurf: Das Projekt erziele überhaupt keine CO2-Einsparungen.

Die Einsparungen sollen eigentlich dadurch generiert werden, dass der Urwald auf Borneo erhalten bleibt und keiner Land- oder Agrarnutzung zum Opfer falle. Doch laut Greenpeace sei keines der sieben angegebenen Landnutzungsszenarien realistisch. Der Wald spare also das gleiche CO2 ein, wie ohne das Kompensationsprojekt.

VW will Vorwürfe prüfen

Die angenommenen Bedrohungen für das 150.000 Hektar große Waldgebiet durch die Papier- oder Palmölindustrie sei demnach extrem unwahrscheinlich oder sogar ausgeschlossen.

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Der VW-Konzern betonte gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass das genannte Waldprojekt nach einem anerkannten internationalen Klimaschutzstandard wiederholt zertifiziert worden sei. Zu den Vorwürfen stehe man bereits mit dem Projektentwickler in Kontakt.

ID.3 und ID.4 als Hoffnungsträger bei Volkswagen

Der ID.3 war erst vor wenigen Wochen an die ersten Kunden ausgeliefert worden. Es sollte der Auftakt in die neue Elektromobilität bei VW werden und ein erster Vorstoß in Richtung Branchenführer Tesla.

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Mit dem ID.4 produziert VW zudem den ersten elektrischen SUV. Geländewagen erfreuen sich immer höherer Absatzzahlen, gleichzeitig steigt das Umweltbewusstsein der Kunden. Diese Schnittmenge will sich VW eigentlich zu Nutze machen. Die Greenpeace-Veröffentlichung kommt für die Wolfsburger also zu einem ausgesprochen schlechten Zeitpunkt. (dav mit dpa)