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VW: Zu DIESEM Thema hat Bernd Osterloh eine klare Meinung – „Das halte ich für Unsinn“

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers
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Wolfsburg. Betriebsratschef Bernd Osterloh ist einer der mächtigsten Männer bei VW. Er vertritt die Interessen von knapp 700.000 Beschäftigten.

In einem ausführlichen Interview mit dem Magazin „Standort38“ gibt der 64-Jährige Einblicke, wie viel Gehalt er für einen Managerposten ausgeschlagen hat, wann seine Zeit bei VW enden könnte und welche Fehler beim Dieselskandal gemacht worden sind.

Beim letzten Thema wird er deutlich und sagt: „Das halte ich für Unsinn.“

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Das ist Bernd Osterloh:

  • 1956 in Braunschweig geboren
  • 1973 Ausbildung zum Industriekaufmann
  • 1977 Wechsel zu Volkswagen
  • Mitglied der IG Metall und der SPD
  • Mitglied des Aufsichtsrats und des Präsidiums der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH

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VW-Betriebsratschef Osterloh schlug Millionen-Offerte aus

Seit 1977 ist Bernd Osterloh Teil der Volkswagen AG. Kontinuierlich hat er sich vom Vertrauensmann bis zum Vorsitzenden des Gesamt- und Konzernbetriebsrats hochgearbeitet. Chancen, ins Management einzusteigen, hatte er nach eigener Aussage ausreichend. „Ich habe das aber immer ausgeschlagen, weil mein Platz nicht auf der Unternehmerseite, sondern auf der Seite der Beschäftigten ist“, erklärt er im Gespräch mit „Standort38“.

Angebote für den Konzern-Vorstandsposten in den Jahren 2014 und 2015 habe er trotz eines Jahresgehalts von bis zu 5,5 Millionen Euro ausgeschlagen.

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Osterloh liebäugelt mit Ausstieg im Jahr 2022

Doch wann endet Osterlohs Tätigkeit beim größten Autobauer der Welt? „Wenn meine Kolleginnen und Kollegen wollen, werde ich 2022 nochmal für den Betriebsrat kandidieren. Und ich werde dann im Laufe der Wahlperiode aussteigen“, erlaubt der Fan von Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg einen Ausblick in die Zukunft. Er spricht sich für seine Stellvertreterin Daniela Cavallo aus, nennt sie eine „Top-Nachfolgerin“.

Nach seiner Zeit bei Volkswagen wolle er sich verstärkt sozial engagieren und sich seiner Familie widmen.

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Beim Dieselskandal wird Osterloh deutlich: „Das halte ich für Unsinn“

Beim Thema Dieselgate bezieht Osterloh deutlich Stellung. Ob der Skandal so lange verborgen blieb, weil ein Klima der Angst bei VW herrsche? „Das halte ich für Unsinn“, stellt der dreifache Familienvater klar. Seine persönliche Einschätzung: „Wir reden von Führungskräften, die ausreichend Rückgrat haben müssen, den Mund auf zu machen. Dass sie das nicht getan haben, hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit persönlichem Versagen.“

Wichtig sei, dass man sich intensiv mit der eigenen Unternehmenskultur auseinandersetze.

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„Werde nicht mit (Herbert Diess) zusammen auf einem Surfbrett stehen“

Und wie steht es um das Verhältnis zu VW-Chef Herbert Diess? „Professionell – und wir sind uns auch meistens in den Zielen einig.“ Neben dem beruflichen, haben sie auch ein privates Verhältnis.

Auch wenn diese nicht allzu intensiv ist: „Wir sind auch schon mal zusammen ein Bier trinken gegangen und haben bei jemandem zusammen im Garten gesessen und gegrillt. Aber das ist nichts, was einmal die Woche stattfindet und wir werden nicht zusammen auf dem Surfbrett stehen.“

>> Das komplette Interview kannst du bei „Standort38“ nachlesen. (mb)