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Winterkorn: Wie krank ist der Ex-VW-Boss wirklich? Sein Anwalt macht jetzt ernst!

Martin Winterkorn soll eigentlich kommendes Jahr der Prozess gemacht werden. Jetzt stellt sich die Frage, wie verhandlungsfähig der ehemalige VW-Chef ist...  (Archivbild)
Martin Winterkorn soll eigentlich kommendes Jahr der Prozess gemacht werden. Jetzt stellt sich die Frage, wie verhandlungsfähig der ehemalige VW-Chef ist... (Archivbild)
Foto: imago images / Jan Hübner

Wolfsburg/Braunschweig. Wie angeschlagen ist Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wirklich? Um diese Frage geht es derzeit in Braunschweig.

Dort soll kommenden Februar oder März eigentlich der Betrugsprozess gegen den ehemals so mächtigen VW-Boss starten. Winterkorn ist aber womöglich nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

Bericht: Winterkorn-Anwalt legt zwei Atteste vor

Nach Informationen von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ hat sein Anwalt dem Landgericht Braunschweig am Dienstag zwei Atteste vorgelegt. Demnach heißt es aus dem Winterkorn-Umfeld, dass der 73-Jährige nicht bei bester Gesundheit sei.

Daher sei es fraglich, ob er während des Gerichtsverfahrens komplette Verhandlungstage durchstehen könne. Ein Sprecher Winterkorns bezeichnete die Berichte gegenüber der „FAZ“ als „reine Spekulation“.

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Heißt: Der Prozess könnte sich extrem in die Länge ziehen. Zuletzt war die Rede davon, dass Winterkorn zwei Fuß-Operationen inklusive Reha und einer Zeit im Rollstuhl hinter sich hat. Hinzu komme ein altes Hüftleiden. >> So versucht sein Anwalt, den VW-Prozess zu verhindern!

Dem Bericht zufolge ist es wahrscheinlich, dass das Landgericht Braunschweig einen externen Arzt einschaltet, der Winterkorns Gesundheitszustand überprüfen soll. Beide Prozessseiten wollten das nicht kommentieren.

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Die VW-Chefs (1948 - 2018):

  • Herbert Diess (seit 2018)
  • Matthias Müller (2015 - 2018)
  • Martin Winterkorn (2007 - 2015)
  • Bernd Pischetsrieder (2002 - 2006)
  • Ferdinand Piëch (1993 - 2002)
  • Carl Hahn (1982 - 1992)
  • Toni Schmücker (195 - 1981)
  • Rudolf Leiding (1971 - 1975)
  • Kurt Lotz (168 - 1971)
  • Heinrich Nordhoff (1948 - 1968)

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Winterkorn wird vorgeworfen, schon im Jahr 2014 von dem Abgasbetrug bei Volkswagen erfahren zu haben. Dennoch habe er als damaliger VW-Chef weiter Betrugs-Fahrzeuge bauen und verkaufen lassen, so die Anklage. Es geht um die Manipulation von mehr als elf Millionen Dieselfahrzeugen...

Winterkorn selbst bestreitet nach wie vor, etwas von den Manipulationen gewusst zu haben – ebenso wie vier weitere Angeklagte, die neben ihm auf der Anklagebank sitzen sollen.

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Sollte er tatsächlich wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt werden, drohen Winterkorn bis zu zehn Jahre Haft. Dass der Ex-VW-Chef diese Strafe wirklich antreten muss, gilt aber als unwahrscheinlich.

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Zusätzlich zu dem Betrugsprozess muss sich Winterkorn auch noch auf ein öffentliches Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher Marktmanipulation im VW-Abgasskandal vorbereiten – auch hier dürfte sein Anwalt alles daran setzen, das zu verhindern... (ck)