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VW: Unfaire Arbeitsbedingungen! HIER verklagen Mitarbeiter den Autobauer

Das VW-Werk in Ruandas Hauptstadt Kigali.
Das VW-Werk in Ruandas Hauptstadt Kigali.
Foto: imago images / Xinhua

Kigali/Wolfsburg. Seit zwei Jahren hat VW eine Niederlassung in Kigali, der Haupstadt von Ruanda (Ost-Afrika).

Im dortigen Werk werden fünf Modelle zusammengebaut – und auch der E-Golf hat es auf den Markt in Ruanda geschaft. Doch ein Projekt von VW bringt dem Autobauer nun Ärger ein.

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VW in Ruanda: Miese Arbeitsbedingungen für Taxi-Service

Zwar gilt Ruandas Hauptstadt Kigali als großer, aufstrebender Wirtschaftsstandort – die „Bild“ spricht sogar vom Silicon Valley Afrikas. Doch wie das Blatt berichtet, müssen einige für diesen Aufschwung einen hohen Preis zahlen. Denn die Arbeitsbedingungen, die VW einigen Angestellten abverlangt, seien absolut untragbar.

Ganz spezifisch geht es um die Fahrer, die im Rahmen der App „VW Move“ angestellt sind. Dabei handelt es sich um einen Taxi-Service, der ähnlich wie „Uber“ funktioniert. Knapp 200 Fahrer sitzen für „VW Move“ am Steuer – und mindestens elf von ihnen wollen nun gegen ihren Arbeitgeber klagen.

Der Vorwurf: Bei der „Volkswagen Mobility Solutions Ruanda“ (VWMSR), einer Tochter von VW Südafrika, hätten die Angestellten mit Dumpinglöhnen, gesetzeswidrigen Arbeitszeiten und ungerechtfertigten Kündigungen zu kämpfen.

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Dumpinglöhne und 14-Stunden-Schichten

„VW-Move-Fahrer sollen sechs, müssen aber sieben Tage pro Woche arbeiten, um den vorgeschriebenen Mindestumsatz zu machen“, erklärt David Gabiro, der Anwalt der Fahrer, gegenüber „Auto Bild“. Bei einem Bruttolohn von umgerechnet 180 Euro im Monat mache das rund sechs Euro am Tag. „Von dem Gehalt kann ich nicht leben“, so einer der Fahrer. „Schließlich muss ich davon auch noch die Krankenversicherung bezahlen.“ VW allerdings spricht von einem „landesüblichen Lohn“.

Tagsüber müssen die Fahrer von 6 bis 15 Uhr arbeiten, die Nachtschicht dauert dagegen ganze 14 Stunden (15 bis 5 Uhr)! „Dabei sagt das Gesetz hier, dass die Wochenarbeitszeit maximal 45 Stunden betragen darf“, so Gabiro. Kratzer im Lack oder unverschuldete Unfälle sorgen laut einem Fahrer für fristlose Kündigungen. Schriftliche Arbeitsverträge hätten nur die wenigsten.

Eine ehemalige VW-Führungskraft findet deutliche Worte: „Ruanda war für VW vor allem ein Marketing-Projekt. Weder die Move-App noch der Import des e-Golf waren oder sind funktionierende Geschäftsmodelle. Und die Mitarbeiter sind VW Südafrika egal.“

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Ex-Chefin beschwerte sich – und ist nun ihren Job los

Im Februar wurde sogar die Chefin der VW-Niederlassung in Ruanda gefeuert. Schlechte Ergebnisse und miese Stimmung sollen Ex-VWMSR-Boss Michaella Rugwizangoga (34) den Job gekostet haben, so die „Bild“. Dabei steigerte sie laut einer Kollegin das Firmenergebnis um 117 Prozent zum Vorjahr und sei im Betrieb beliebt gewesen.

„Aber sie rebellierte gegen die Art, wie VW in Ruanda auftrat“, erzählt die Ex-Kollegin. Schließlich habe VW-Manager Thomas Schäfer, seinerzeit für VW Chef in Südafrika tätig, Michaella zu einem „leisen“ Abgang inklusive drei Gehälter Abfindung geraten. (at)