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VW: Prozessbetrug? Klage gegen Herbert Diess

Gegen VW-Chef Herbert Diess haben Anwälte nun erneut geklagt. Das ist der Grund...
Gegen VW-Chef Herbert Diess haben Anwälte nun erneut geklagt. Das ist der Grund...
Foto: imago images / Sven Simon

Wolfsburg. VW kommt im Dieseskandal auch weiterhin nicht zur Ruhe!

Im Mai dieses Jahres war das Strafverfahren gegen VW-Konzernchef Herbert Diess und Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch eingestellt worden.

Doch jetzt könnte der Fall nochmal eine Wende nehmen. Eine Anwaltskanzlei hat wohl erneut Strafanzeige unter anderem gegen Herbert Diess gestellt.

VW: Strafanzeige gegen Herbert Diess und Martin Winterkorn

Gegen eine satte Zahlung von jeweils 4,5 Millionen Euro war das Verfahren gegen Herbert Diess und Hans Dieter Pötsch im Mai dieses Jahres eingestellt worden. Doch nun könnte zumindest einer der beiden VW-Manager doch noch auf der Anklagebank landen.

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Denn wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat eine Anwaltskanzlei Strafanzeige gegen Diess und außerdem gegen die VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner und den ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn gestellt. Der Vorwurf: Prozessbetrug.

Prozessbetrug? Anwaltskanzlei klagt unter anderem wegen fehlerhafter Meldung

In der Anzeige hieße es: Diess und Werner hätten dem Bundesgerichtshof eine fehlerhafte Mitteilung gegeben. Darin hatte VW erstmals „Unregelmäßigkeiten einer verwendeten Software bei Dieselmotoren“ eingeräumt. In der Mitteilung hieß es jedoch unter anderem, dass davon ausschließlich der Motorentyp EA 189 betroffen sei.

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Diese Meldung sei falsch gewesen, kritisieren laut „Handelsblatt“ nun die Anzeigensteller. Mindestens auch der Nachfolgemotor EA 288 scheint von der Manipulation betroffen zu sein. Dennoch sei die Meldung weder vom ehemaligen Konzernchef Winterkorn noch von Herbert Diess korrigiert worden.

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Anwälte keine Unbekannten

Die Anwälte der Kanzlei Rogert & Ulbrich vertreten seit Jahren Tausende VW-Kunden im Dieselskandal. An der Seite des Verbraucherverbandes verhandelten sie unter anderem einen 830 Millionen Euro schweren Vergleich für rund 200.000 betrogene Kunden.

Ausführlich berichtet das „Handelsblatt“. (fno)