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VW-Chef Diess zittert vor zweitem Corona-Lockdown – „Wäre wirklich schwer zu handhaben“

VW: Die Erfolgsgeschichte des Autobauers
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Frankfurt/Wolfsburg. VW-Chef Herbert Diess sieht die Corona-Pandemie in der kommenden Zeit als größte Herausforderung für den weltgrößten Autobauer.

„Eine zweite Welle, die einen weitergehenden Lockdown auslösen würde, wäre wirklich schwer zu handhaben“, sagte er am der VW-Chef in einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg online ausgerichteten Gesprächsrunde.

VW-Chef Diess ist zunächst noch zuversichtlich

Vom aktuellen Teil-Lockdown in Deutschland und vielen anderen Ländern ist die Industrie nicht wie im Frühjahr unmittelbar betroffen, als Autohäuser wochenlang geschlossen waren und die Werke runterfahren mussten.

Nicht nur die Wolfsburger Autobauer machten im zweiten Quartal hohe Verluste. Im dritten Quartal sah es bei VW, Daimler und BMW dann allerdings schon wieder bedeutend besser aus – unter anderem, weil der Markt in China wieder deutlich mehr Schwung bekam.

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Die VW-Chefs (1948 - 2020):

  • Herbert Diess (seit 2018)
  • Matthias Müller (2015 - 2018)
  • Martin Winterkorn (2007 - 2015)
  • Bernd Pischetsrieder (2002 - 2006)
  • Ferdinand Piëch (1993 - 2002)
  • Carl Hahn (1982 - 1992)
  • Toni Schmücker (1975 - 1981)
  • Rudolf Leiding (1971 - 1975)
  • Kurt Lotz (168 - 1971)
  • Heinrich Nordhoff (1948 - 1968)

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Für die kommenden Wochen bleibt Diess wegen einer „gesunden Auftragslage“ zuversichtlich. Dennoch hänge die weitere Entwicklung maßgeblich auch davon ab, dass große Volkswirtschaften die Krankheit unter Kontrolle bekommen und Beschränkungen vermeiden, welche die Nachfrage beschädigen würden.

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Langfristig bleibe der Klimawandel die größte Herausforderung, der sich die Menschheit ausgesetzt sieht.

VW driftet in Richtung Elektrifizierung

Derzeit steckt die Branche im Umbruch zur Elektrifizierung der Antriebe. In vielen der zwölf Fahrzeugmarken des VW-Konzerns ist das schon auf den Weg gebracht: Die Kernmarke etwa brachte kürzlich den ID.3 aus der Golf-Klasse auf den Markt, um die Jahreswende soll der Kompakt-SUV ID.4 folgen. Laut Diess soll der britische Luxusableger Bentley in den nächsten vier bis fünf Jahren zur Elektromarke werden.

Die Umstellung läuft nicht ohne Einschnitte ab. „Der Wandel wird dazu führen, dass an bestimmten Stellen Arbeitsplätze verlorengehen, aber auch an anderen Stellen neu entstehen“, erklärte Diess bei einer Konferenz der Stiftung 2°, einer Unternehmer-Initiative. Insgesamt sei er zuversichtlich: „Ich glaube, der Wandel ist bewältigbar.“

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Es zeige sich durch steigende Zulassungen, dass E-Autos „nicht mehr ein reines Nischenprodukt“ seien. „In den nächsten Jahren wird es ganz natürlich sein, dass wir elektrisch fahren.“

Kritischer Punkt bleibe die Ladeinfrastruktur: „In Deutschland wächst sie schnell, aber man muss natürlich auch quer durch Europa kommen.“ Europa könne beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen. „Wir würden einen großen Fehler machen, wenn wir den Klimawandel nicht ernst nehmen.“ (dpa/ck)