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VW: Elektro-Boom beim Konzern – doch ausgerechnet SIE wollen davon nichts wissen

VW setzt voll auf Elektro-Autos, doch eine Gruppe will da nicht mitmachen.
VW setzt voll auf Elektro-Autos, doch eine Gruppe will da nicht mitmachen.
Foto: dpa

Hannover. Der Konzern VW setzt immer mehr auf Elektromobilität und hat mit dem ID.3 und ID.4 zwei konkurrenzfähige Modelle auf dem Markt.

Doch ausgerechnet ein großer Abnehmer von VW-Wagen will davon weiterhin nichts wissen und setzt größtenteils noch auf Verbrennungsmotoren.

VW setzt auf Elektro-Autos, doch eine Gruppe will nichts davon wissen

Und das sogar, obwohl bereits Greenpeace sich eingeschaltet hat und den Weg kritisiert.

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Es handelt sich dabei um die niedersächsische Landesregierung rund um Ministerpräsident Stephan Weil.

Fast alle Kabinettsmitglieder sind weiterhin in schweren Dienstlimousinen mit Verbrennungsmotoren unterwegs. Einige fahren eine Hybridvariante, bei der ein elektrischer Teil des Antriebs den Verbrenner unterstützt.

Nur der Umweltminister ist im E-Auto unterwegs

Ausschließlich elektrisch fährt zumindest auf kürzeren Strecken bisher nur Umweltminister Olaf Lies (SPD). Dabei will Niedersachsen als Vorreiter beim Klimaschutz wahrgenommen werden, und die EU hat nochmals eine deutliche Verschärfung ihrer Klimaziele angekündigt.

Laut einer Aufstellung zur Dienstwagen-Nutzung, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag, finden sich vor allem Dieselautos im Regierungsfuhrpark, einige davon mit einem Mischantrieb aus Selbstzünder und E-Motor. Es handelt sich wie schon 2019 nahezu komplett um große A8-Limousinen der Volkswagen-Oberklassetochter Audi. Die Liste datiert vom Mai dieses Jahres und soll im Kern noch aktuell sein.

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Die VW-Chefs (1948 - 2020):

  • Herbert Diess (seit 2018)
  • Matthias Müller (2015 - 2018)
  • Martin Winterkorn (2007 - 2015)
  • Bernd Pischetsrieder (2002 - 2006)
  • Ferdinand Piëch (1993 - 2002)
  • Carl Hahn (1982 - 1992)
  • Toni Schmücker (1975 - 1981)
  • Rudolf Leiding (1971 - 1975)
  • Kurt Lotz (168 - 1971)
  • Heinrich Nordhoff (1948 - 1968)

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Staatskanzlei begründet es mit zu geringer Reichweite

Die Staatskanzlei hatte im vergangenen Jahr erklärt, der A8 von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) entspreche „dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“. Der Einsatz eines vollelektrischen Autos komme erst in Betracht, wenn es die benötigte Reichweite biete und die Kosten dafür vertretbar seien.

Neben der vor allem bei kleineren E-Autos begrenzten Reichweite ist auch die recht lückenhafte Ladeinfrastruktur ein Nachteil des neuen Antriebs. Neben teuren Luxushybriden kommen nun jedoch verstärkt auch günstigere Varianten auf den Markt. Und in den Ausbau des Ladenetzes fließen in den kommenden Jahren Milliarden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Fuhrpark des Kabinetts und nahm gleichzeitig den VW-Konzern in die Verantwortung. „Diese Liste ist ein Menetekel rückständiger Modellpolitik des größten deutschen Autoherstellers. Selbst im Jahr 2020 kann Volkswagen den eigenen Aufsichtsräten aus der Landesregierung kein passendes E-Auto anbieten“, sagte Tobias Austrup von Greenpeace. Er forderte die Regierung auf, ihren Einfluss bei Volkswagen geltend zu machen, um den Umstieg auf Alternativen zu beschleunigen.

Greenpeace verweist auf Tesla

Greenpeace hatte schon im vergangenen Jahr betont, dass es abseits von VW auch größere Limousinen bereits als E-Autos gebe, etwa vom US-Autobauer Tesla.

Das Land Niedersachsen ist allerdings zweitgrößter Anteilseigner des Volkswagen-Konzerns und wird deswegen vermutlich seine Flotte nicht von Tesla ausstatten lassen. (fb/dpa)