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VW: Sie putzen die Kantinen in Wolfsburg – jetzt droht ihnen die Kündigung

Droht knapp 80 Reinigungskräften bei VW die Kündigung?
Droht knapp 80 Reinigungskräften bei VW die Kündigung?
Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Wolfsburg. Sie sind es, die für saubere Kantinen am Wolfsburger VW-Stammsitz sorgen, doch jetzt könnte ihnen zum Jahresende die Kündigung drohen.

Konkret geht es um rund 80 Reinigungskräfte, deren Jobs möglicherweise auf der Kippe stehen. Die Gewerkschaft Bauer-Agrar-Umwelt (IG BAU) will das nicht einfach so hinnehmen und hatte zu einer Protestaktion vor einem der VW-Werkstore in Wolfsburg aufgerufen.

VW: Droht Reinigungskräften die Kündigung?

Es wären bittere Nachrichten so kurz vor Weihnachten und zum Jahresende. Droht knapp 80 Reinigungskräften wirklich die Kündigung? Nach Informationen der Gebäudereiniger-Gewerkschaft ja. Dahinter stecke ein externer Dienstleister, der für Unmut sorge.

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Das VW-Werk in Wolfsburg:

  • Fläche: 6.500.000 Quadratmeter
  • Produktion: rund 1,2 Millionen Fahrzeuge (2020)
  • Modelle: Volkswagen Golf, Golf Sportsvan, e-Golf, Golf GTE, Golf GTI, Golf R, Tiguan, Touran, SEAT Tarraco
  • Komponenten: Fahrwerk
  • Beschäftigte: rund 60.500 (Dezember 2020)

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+++ VW will sein Personal schrumpfen – SIE können jetzt freiwillig gehen +++

Demnach sei der Auftrag für die Reinigung von der VW-eigenen Gastronomie zum Jahreswechsel neu ausgeschrieben worden. Ein neuer Dienstleister habe sich eben jenen Auftrag geschnappt. Das Problem laut IG Bau: Der externe Dienstleister wolle die Mitarbeiter nicht zu den Konditionen weiterbeschäftigen, die sie aktuell hätten.

„Es läuft darauf hinaus, dass die Gebäudereinigerinnen zunächst ihren Job verlieren. Sie müssen sich dann bei GRG neu bewerben. Selbst wenn ein Teil von ihnen dort übernommen wird, drohen ihnen prekäre Bedingungen: Es geht um Arbeitsverträge, die nur befristet sind. Und auch noch um deutlich weniger Stunden, die gemacht werden sollen“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Dirk Eilert.

Gewerkschaft plant Protestaktion vor Werkstor

Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, hat die IG BAU am Donnerstag eine vor dem Tor Ost am Stammwerk Wolfsburg protestiert. Vor allem Reinigungskräfte, aber auch Vertrauensleute der IG Metall und der Autostadt waren zur Teilnahme aufgerufen.

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Die Gewerkschaft sieht hier auch eine Mitverantwortung von Volkswagen. „In seiner Sozialcharta hat sich VW zu fairen Arbeitsbedingungen und zur Mitbestimmung bekannt. Es kann dem Konzern nicht egal sein, zu welchen Bedingungen die Beschäftigten seiner externen Dienstleister arbeiten“, betonte Dirk Eilert. (abr)