Wolfsburg 

Urteil: VW durfte Salafisten rausschmeißen

Braunschweig/Wolfsburg. 

Volkswagen hat einem Mitglied der Wolfsburger Islamistenzelle zu Recht gekündigt. Wie das Arbeitsgericht Braunschweig am Montag, 27. Februar, urteilte, sei dem Autobauer eine Weiterbeschäftigung des 30-Jährigen nicht zumutbar, das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet.

Pass entzogen

Dem Mann war nach einer gescheiterten Ausreise Richtung Syrien der Pass entzogen worden. Das Gericht stützte sich auf das vorangegangene Urteil des Verwaltungsgerichts, das bereits die Klage des Mannes gegen den Passentzug und ein Ausreiseverbot abgewiesen hatte.

Demnach hatte sich der Mann einer von der Terrormiliz Islamischer Staat in Wolfsburg geschaffenen Islamistenzelle angeschlossen. Es bestehe die Gefahr, dass er sich dem bewaffneten Dschihad anschließen wolle.

Stopp am Flughafen

Den Passentzug und das Ausreiseverbot hatte die Stadt Wolfsburg angeordnet, nachdem der Mann Ende 2014 mit einer Drohne und 9.000 Euro Bargeld im Gepäck in die Türkei fliegen wollte. Die Behörden vermuteten, dass der in Deutschland geborene Mann mit Migrationshintergrund mit Hilfe von Schleusern von der Türkei nach Syrien weiterreisen wollte, um sich dem IS anzuschließen.

Salafistenzellle in Wolfsburg

Zu der in den vergangenen Jahren in Wolfsburg entstandenen Salafistenzelle gehören Dutzende Islamisten, von denen mindestens 20 in Richtung Syrien und Irak ausgereist sind. Zwei Wolfsburger Syrienrückkehrer verurteilte das Oberlandesgericht Celle im Dezember 2015 zu mehrjährigen Haftstrafen.