Wolfsburg 

VW: Kaum noch Leiharbeiter

VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing. (Archivbild)
VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing. (Archivbild)
Foto: dpa

Wolfsburg/Braunschweig/Salzgitter. Trotz der guten Entwicklung von VW im ersten Quartal: Für die Leih- und Zeitarbeiter in den deutschen Volkswagen-Werken sind die schweren Zeiten nach der Dieselkrise noch lange nicht vorbei. Bis Jahresende werde im Werk Braunschweig kein einziger Leiharbeiter mehr beschäftigt sein, kündigte Personalvorstand Karlheinz Blessing während der VW-Pressekonferenz am Freitag auf news38.de-Nachfrage an. Lediglich "ein paar" habe man noch durch befristete Verträge beschäftigt.

400 Stellen weniger in Wolfsburg

In Wolfsburg seien bis Ende April "in zwei Tranchen 400 Leiharbeiterstellen abgebaut" worden - wobei den meisten ein Wechsel ins Nutzfahrzeugen Hannover angeboten worden sei. Dort nämlich bestehe wegen der hohen Nachfrage nach dem SUV-Modell Amarok: Arbeitskräfte-Bedarf.

Für das Motorenwerk Salzgitter, das zum Zentrum der Elektromobil-Offensive werden soll, hatte VW-Markenchef Herbert Diess zwar über "reduzierte Arbeitszeiten" berichtet; laut Blessing ist aber kein Abbau der Leiharbeiterzahl geplant. Aus Emden unterdessen sollen 300 Mitarbeiter nach Osnabrück wechseln.

Tausende in Altersteilzeit

Der Abbau der Leih- und Zeitarbeiterstellen ist Teil des mit dem Betriebsrat ausgehandelten Zukunftspaktes als Folge der Milliardenstrafen nach dem Dieselskandal und der Ertragsschwäche der Volkswagen-Kernmarke VW. Demnach soll trotz der Einschnitte die Stammbelegschaft aber an Bord bleiben dürfen.

Trotzdem: Weitere Mitarbeiter will VW laut Personalvorstand Blessing durch Altersteilzeit "loswerden": Bis 2020 sollen laut Plan 9.200 Beschäftigte einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen - 7.200 haben bereits unterschrieben.