Wolfsburg 

Wolfsburger Integrationspreis: Ein Preis, der Türen öffnet

Daniela Engelbrecht und Nadja Kusel vom Diakonischen Werk Wolfsburg.
Daniela Engelbrecht und Nadja Kusel vom Diakonischen Werk Wolfsburg.
Foto: Stadt Wolfsburg

Wolfsburg. Noch bis zum 10. September läuft die Bewebungsfrist für den Wolfsburger Integrationspreis 2017. Bereits im Jahr 2015 ist das Projekt "Willkommenskultur für Pflegekräfte aus dem Ausland" vom Diakonischen Werk mit dem Preis ausgezeichnet worden. Was hinter dem Projekt steckt, erklärt Daniela Engelbrecht, Personalleiterin beim Diakonischen Werk.

"Wir benötigen die Mitarbeiter aus dem Ausland, weil wir besonders im Pflegebereich einen chronischen Fachmangel haben". Deshalb gehe das Dienstleistungsunternehmen in die Offensive und rekrutiert seit 2014 Fachkräfte beziehungsweise seit 2015 Auszubildende im Ausland für den Bereich Altenpflege.

"Wenn wir Menschen nach Wolfsburg holen, dann ist es unser Anspruch, dass sie sich hier wohlfühlen. Deshalb wollen wir sie auf dem Weg der Integration unterstützen", betont Engelbrecht. Nadja Kusel, Personalreferentin beim Diakonischen Werk beschreibt, wie die Kontaktaufnahme funktioniert: "Wir veröffentlichen englischsprachige Stellenausschreibungen im Internet, arbeiten mit der Agentur für Arbeit ebenso zusammen, wie mit der Zentralen Auslandsvermittlung. Oft läuft der erste Kontakt zu den Menschen in ihrem Heimatland über Skype-Interviews. Wir profitieren also stark von den neuen Medien und der Tatsache, dass die Azubis, die aus Drittstaaten kommen, miteinander kommunizieren. Es soll sogar eine Facebook-Seite geben, die uns als Arbeitgeber empfiehlt. Dieser Weg funktioniert so gut, dass wir in diesem Jahr zum dritten Mal eine eigene Ausbildungs-Klasse für Menschen mit Migrationshintergrund einrichten können."

Betreuung, bis die Menschen Fuß gefasst haben

Grundsätzlich können sich beim Diakonischen Werk natürlich auch Flüchtlinge von hier bewerben. Das Problem dabei: Diese kommen vielfach ohne Zeugnisse. Die Ausbildung in der Altenpflege erfordert allerdings ein beglaubigtes Zeugnis mit Abschluss der Sekundarstufe I. "Prinzipiell ist der Weg für alle offen", erklärt Daniela Engelbrecht. "Wir rekrutieren Mitarbeiter aus dem Ausland, weil wir unseren Bedarf in Wolfsburg oder auf dem nationalen Markt sonst nicht decken können."

Auch nach der Rekrutierung werden die Menschen nicht allein gelassen. "Wir vermitteln beispielsweise - für das erste Jahr oder länger - möblierten Wohnraum, unterstützen bei allen Prozessen rund um Dokumente, Visum, Kontoeröffnung oder Krankenkasse und begleiten unsere Azubis bis zum B2-Sprachniveau", berichtet Nadja Kusel. "Wir helfen bei individuellen Notlagen und unterstützen bei der Familienzusammenführung. Und bevor die Ausbildung startet, können unsere Azubis schon vorher anreisen, Wolfsburg kennenlernen und einen Intensiv-Sprachkurs besuchen.

Für die erfolgreiche Integration ihrer Mitarbeiter leiste das Unternehmen viel. "Wir schulen die Mitarbeiter und Führungsriege in interkultureller Kommunikation und Willkommenskultur", berichtet Daniela Engelbrecht. "Außerdem organisieren wir eine Willkommensveranstaltung, an denen sich alle neuen Auszubildenden eines Jahrgangs untereinander kennenlernen können." Zudem organisiert das Diakonische Werk Patenschaften für die neuen Mitarbeiter, die nach Deutschland kommen. Dabei kommt es oft zu intensiven Beziehungen.

Integrationspreis öffnet Türen

Der Integrationspreis der Stadt Wolfsburg hatte für die Mitarbeiter vor allem eine symbolische Bedeutung: "Für uns ist die wichtigste Anerkennung, dass Stadt und Öffentlichkeit unsere erfolgreichen Integrationsbestrebungen wahrnehmen", betont Daniela Engelbrecht. "Außerdem wird so deutlich, dass auch wir auf Unterstützung angewiesen sind." Das Preisgeld sei in einen Topf geflossen, aus dem beispielsweise Erstausstattungen für Schulkinder oder aus dem Wohnungsleerstand überbrückt werden könne. Nicht zuletzt würde der Integrationspreis auch weitere Türen öffnen.

Für den mit 10.000 Euro dotierten Wolfsburger Integrationspreis können sich Engagierte noch bis zum 10. September bewerben. Die Preisübergabe soll dann am 28.Oktober in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses gefeiert werden.